ich hab’s ja in den letzten tagen ab und zu schon anklingen lassen: ich habe hier freunde fürs leben gefunden, mit denen ich mir spontan eine wohnung teile. aber wie ist es eigentlich dazu gekommen? zeit für einen rückblick.

die wohnungssuche war einfach für mich: irgendwie kannten meine neuen bekanntschaften enrico und miriam irgendwelche makler und organisierten termine, zu denen ich dann einfach mitkam. an einem tag warteten wir vergeblich 7 stunden lang und wurden immer wieder versetzt, bekamen dann aber doch noch eine hässliche, zwei solala und eine schicke wohnung präsentiert. In die letztere verliebten wir uns sofort und eine woche später haben wir uns dafür entschieden.

miriam hat inzwischen ein zimmer mit zwei französinnen bezogen, was auch für uns perfekt ist, da die wohnung eh nur drei zimmer hat, so müssen wir uns nicht um die zimmer streiten. den deal mit dem makler und der wohnungseigentümerin zu schliessen, ist aber komplizierter, als man sich das so vorstellt, insbesondere, wenn niemand (ausser mir ;) ) so richtig gutes englisch spricht, ist es sehr, sehr anstrengend. Dazu kommt eine absurde bürokratie, hier der ablauf:

  • samstag: einigung mit makler und vermieterin. zahlung der monatsmiete august ohne vertrag (nur ein schluderiger zettel als quittung)
  • montag: eigentlich sollte der vertrag fertig sein, aber der anwalt (!) hatte noch keine zeit. übergabe der wohnungsschlüssel nur gegen zahlung der halben kaution und unterzeichnung eines schreibens, dass wir die andere hälfte noch schuldig sind (ist ja auch eine art quittung). umzug zweier unglaublisch schwerer betten in unsere wohnung.
  • dienstag: treffen mit dem anwalt (mit dabei: vermieterin, makler, freund des maklers, noch ein freund des maklers und wir drei). wir mussten dem anwalt drei kopien unserer pässe, arbeitsvertrag (bzw. studienbescheinigung), drei passbilder und eine bestätigung des stipendiumsgebers vorlegen. alles las er sich genau durch und stellte fragen.
  • mittwoch abend: der vertrag (draft version) kommt per mail. noch zwei kleine änderungen und meine adresse in deutschland, dann zurück zum makler. grosser einkauf von küchenutensilien, reinigungsmittel, matratzen, regal, sonstiges
  • donnerstag: umzug. mein koffer in die neue wohnung geschleppt. nachmittags: treffen mit der vermieterin, unterschreiben des vertrags (jeder auf jeder der 6 seiten, inkl. zeugen!), zahlung der zweiten hälfte der kaution.

und am samstag soll der vertrag dann an einer offiziellen stelle registriert werden. das macht man hier mit jedem mietvertrag, damit die vermieter die steuern nicht mehr so einfach hinterziehen könen. dazu muss man sich dann ewig anstellen, es werden wieder alle dabei sein. ich hoffe, wir haben die wohnung nicht ausversehen gekauft. andererseits frage ich mich, wie absurd komplex hier kaufverträge geschlossen werden.

anstatt eines fotos gibts heute einen von mir gemalter grundriss unseres 110 quadratmeter drossen paradieses. jeder hat sein eigenes bad, meins ist “bad 3”. leider ist mein bad nicht direkt an meinem zimmer, wie die anderen beiden. dafür habe ich schon schicke rote vorhänge und ein regal. wie’s in der wohnung aussieht, dazu ein anderes mal…

05-08-2010

in der mittagspause mal eben durchs internet zu surfen kann bisweilen auch dazu fuehren, dass einem das essen wieder aus dem mund faellt. zum beispiel, wenn man zu heise geht und dort den artikel ueber die schlaue kleidung, die die stimmung des traegers erkennt, liest.

also wirklich: ist denn heut schon erster april? das kann doch nicht deren ernst sein. ne cyberhose mit kleinen bildschirmchen und lautsprecher gegen einsamkeit? yeah, right. mit solch abstrusem geekwear traut sich der nerd von morgen gar nicht mehr auf die strasse, weil sich hoffentlich jeder ueber solche kleidung lustig macht. und zu hause braucht der einsiedler von welt eh keine hose, sondern nur eine unterhose. wenn ueberhaupt. und unterhosen gegen einsamkeit … well, that pr0n.


musik: seeed | tight pants

dieser eintrag wollte eigentlich schon vor zwei wochen geschrieben werden. aber dann musste alles ganz schnell gehen und es blieb wie so oft nicht genug zeit. am 25. juli war jedenfalls mein vorerst letzter arbeitstag bei der cm4. zum abschied haben meine piratenfreunde in der woche davor auch noch mit mir hinter dem haus in gütersloh gegrillt. as wollten wir eigenlich auch schon lange mal machen und da freue ich mich doch, wenn ein abschied wenigstens noch einen positiven effekt hat. am 25. hatte ich dann noch etwas stress monatsbericht machen, firmenhandy abgeben, abschiedmail schreiben, abwesenheitsnotiz aktivieren (die ja eh keiner bekommt, weil die pappnasen von der administration den mailserver so eingestellt haben, dass abwesenheitsnotizen nicht an externe adressen verschickt werden. “sicherheitsbestimmungen” blablaquitschequatsch).

piratenbande

habe ich auch an alles gedacht und nichts vergessen? pustekuchen. einen teil vom monatsbericht habe ich vergessen, die steuererklärung und mein flugticket habe ich immernoch nicht ausgedruckt. und eine reisekrankenversicherung habe ich auch noch nicht. ganz zu schweigen von einer festen unterkunft in indien. aber trotzdem: ab in den urlaub, alles andere klärt sich schon irgendwie.

und da war ich denn auch die letzten zwei wochen: weg von der bildfläche, abgetaucht in der kroatischen adria, zu gast in šibenik bei inges eltern. in erster linie habe ich den urlaub genutzt, um mal wieder richtig braun zu werden (ratet mal, wer im urlaub am braunsten geworden ist – hihihi), viele fotos zu machen (man kann eine 16gb speicherkarte schon vollbekommen!) und vor allem zu entspannen. getreu meinem motto “meso je moye povrce” gabs auch fast jeden abend fleisch bis zum abwinken und obwohl in dalmatien tendentiell wein getrunken wird, gabs auch genug pivo für mich.

bilder habe ich in kroaten natürlich auch wieder gemacht, aber ich erspare euch die qual, alle 997 durchzuschauen, ich habe die best of für euch zusammengestellt – viel spaß.

nach marins taufe am vergangenen samstag sind wir leider wieder abgereist, die zwei wochen vergingen wirklich sehr schnell – zu schnell. nun bin ich in bad honnef und werde an einem einwöchigen hindi-sprachkurs teilnehmen. klar lernt man in einer woche nicht besonders viel, aber es sollte ausreichen, um grundkenntnisse mitzubekommen und sich wenigstens vorstellen zu können. ich bin sehr gespannt, wie viel ich bis zur kommenden woche werde behalten können, wenn es (endlich) nach indien geht.


musik: the doors | the end