meine tage in indien sind gezählt. und so blöd und traurig abschiede immer sind, so sind sie doch auch eine gute gelegenheit für eine ordentliche abschiedsparty. am samstag war es soweit: laut facebook wollten 26 leute kommen. im laufe des abends war aber klar, dass es doch etwas mehr wurden. nachgezählt habe ich nicht, aber ich glaube, es müssen so um die 35 gewesen sein. aber das spielt auch gar keine rolle, die hauptsache ist, dass sich alle prächtig amüsiert haben. glück war natürlich auch mal wieder im spiel, denn im gegensatz zu meiner erwartung tauchte keine polizei auf und es hat sich auch kein nachbar beschwert.
wenn man den verschmutzungsgrad des bodens als indikator nimmt, war die feier ein voller erfolg. dank der fliesen war die reinigung aber auch kein größeres problem.
fotos sind zwar schön, aber manchmal nur die halbe wahrheit. oder nichtmal das. wenn es um töne geht, stinken sie total ab. weil eines der schönsten dinge an der enfield aber gerade ihr klang ist, habe ich heute mal wieder ein kleines schmankerl für euch: ein video von martin beim ritt auf der kanonenkugel.
auch wenn ennie oftmals sehr eigensinnig ist, macht das fahren trotzdem spaß. je länger ich mit ihr unterwegs bin, desto klarer wird, dass gerade meine enfield etwas ganz besonderes ist. dort, wo normalerweise der zündschlüssel hingehört (vorn neben dem tacho), steckt bei mir ein plastikdingens, das sich nicht bewegen lässt. der zündschlüssel wird dafür in eine der beiden metallkästen an der rechten hinterseite gesteckt.
das starten ist eine eigene wissenschaft, die ich noch nicht ganz ergründet habe. ich habe noch nicht verstanden, was sich technisch dahinter verbirgt, aber man muss im wesentlichen folgendes tun: einen kleinen hebel drücken und währenddessen mit dem kickstartet “pumpen” – so lange, bis der kleine zeiger der ampere-anzeige mittig steht. dann das hebelchen loslassen und den kickstarter treten. wenn alles gut geht, tuckert die maschine dann los. ist der motor kalt, macht es oftmals nur ein paar mal boppbopp und der motor ist wieder aus. gasgeben ist kontraproduktiv. wenn man pech hat, klappt irgendwas nicht und der kickstarthebel schnellt wieder nach oben, das kann schon fies sein.
die zündung scheint auch insgesamt schlecht eingestellt: wenn die maschine kalt ist, geht sie nach einigen sekunden an der ampel aus, wenn sie warm ist, kann man den schlüssel ziehen und sie läuft noch immer weiter. im besten fall und bereits öfters erprobt, verweigert ennie den dienst genau mitten auf einer kreuzung im dichten indischen straßenverkehr. wenn sie dann noch beim starten rumzickt, steigt meine laune ins unermessliche…
ich habe eine neue freundin. oder eher eine geliebte, eine affaire. zuerst habe ich mich in ihre stimme verliebt, dann in ihr aussehen. ihr charakter gefällt mir von tag zu tag besser, so langsam verstehen wir uns. aber ennie ist etwas ganz besonderes, kein leichtes mädel. sie ist meistens etwas zickig, stellt sich ein bisschen an, kokettiert mit ihrer kraft, grummelt, stottert, ein schnurren hört man selten. stattdessen meist ein tiefsonores brummen, kleinen donnerstößen ähnelnd. wenn sie gut drauf ist und wir eine weile zusammen waren, mag sie gar nicht mehr aufhören, redet weiter, auch wenn ich alle knöpfe und hebel drücke. dann muss ich sie zum schweigen zwingen. das tut mir immer ein wenig weh.
ennie ist knapp 20 jahre alt und das sieht man ihr auch an. eine wahre schönheit ist sie nicht. aber ich mag sie, sehr. leider kann sie nicht mit mir nach deutschland kommen. und eigentlich darf ich auch gar nicht mit ihr zusammensein, es fehlt mir schlicht: der führerschein.
drum steht der vorsatz für 2011: lappen machen, dann lasse ich mich von einer der jüngeren, hübscheren und hoffentlich weniger bockigen schwestern von ennie verführen.