das wird kein leichtes halbes jahr, so viel steht fest. und so neu ist diese erkenntnis zugegeben auch nicht. aber so richtig deutlich ist mir das eigentlich erst geworden, nachdem ich gestern früh um 5 (ortszeit) hier angekommen bin. pune ist zwar deutlich anders – ruhiger, sauberer, kleiner – als mumbai oder andere großstädte in indien, aber ein spaziergang ist der weg zum bahnhof trotzdem nicht.

heute war mein erster kompletter tag, den ich ganz allein verbracht habe. gestern wurde ich nachmittags nach einer nacht mit wenig schlaf von vishal abgeholt und habe erst alle kollegen und das büro kennengelernt, dann eine indische sim-karte bekommen und schließlich auch meine zukünftige bleibe gesehen. heute war ich zu fuß in der stadt unterwegs, bin bis zum bahnhof gelaufen und anschließend im strömenden regen zurück. zum glück habe ich einen regenschirm kaufen können, so war es nicht ganz so schlimm. aber mich von den rikschafahrern abzocken lassen? nee :-)

so habe ich wenigstens die stadt – zumindest einen teil davon – kennengelernt. morgen ist der andere teil und die altstadt dran. irgendwie scheine ich entweder ein höheres sicherheitsbedürfnis zu haben oder ich bin noch etwas verunsichert, aber noch traue ich mich nicht, meine kamera herauszuholen und zu knipsen. ich hoffe sehr, das ändert sich bald, denn hier gibt es vieles zu entdecken – absurdes, schönes, altes, neues, hässliches und schreckliches, wundersames und interessantes.

zusätzlich zum täglichen bild wird’s davon bald noch mehr zu sehen geben. aber so richtig angekommen bin ich noch nicht. kommende woche werde ich bei acellere anfangen, dann wird sicher einiges anders werden.


musik: blaskapelle gloria | arrival

dieser eintrag wollte eigentlich schon vor zwei wochen geschrieben werden. aber dann musste alles ganz schnell gehen und es blieb wie so oft nicht genug zeit. am 25. juli war jedenfalls mein vorerst letzter arbeitstag bei der cm4. zum abschied haben meine piratenfreunde in der woche davor auch noch mit mir hinter dem haus in gütersloh gegrillt. as wollten wir eigenlich auch schon lange mal machen und da freue ich mich doch, wenn ein abschied wenigstens noch einen positiven effekt hat. am 25. hatte ich dann noch etwas stress monatsbericht machen, firmenhandy abgeben, abschiedmail schreiben, abwesenheitsnotiz aktivieren (die ja eh keiner bekommt, weil die pappnasen von der administration den mailserver so eingestellt haben, dass abwesenheitsnotizen nicht an externe adressen verschickt werden. “sicherheitsbestimmungen” blablaquitschequatsch).

piratenbande

habe ich auch an alles gedacht und nichts vergessen? pustekuchen. einen teil vom monatsbericht habe ich vergessen, die steuererklärung und mein flugticket habe ich immernoch nicht ausgedruckt. und eine reisekrankenversicherung habe ich auch noch nicht. ganz zu schweigen von einer festen unterkunft in indien. aber trotzdem: ab in den urlaub, alles andere klärt sich schon irgendwie.

und da war ich denn auch die letzten zwei wochen: weg von der bildfläche, abgetaucht in der kroatischen adria, zu gast in šibenik bei inges eltern. in erster linie habe ich den urlaub genutzt, um mal wieder richtig braun zu werden (ratet mal, wer im urlaub am braunsten geworden ist – hihihi), viele fotos zu machen (man kann eine 16gb speicherkarte schon vollbekommen!) und vor allem zu entspannen. getreu meinem motto “meso je moye povrce” gabs auch fast jeden abend fleisch bis zum abwinken und obwohl in dalmatien tendentiell wein getrunken wird, gabs auch genug pivo für mich.

bilder habe ich in kroaten natürlich auch wieder gemacht, aber ich erspare euch die qual, alle 997 durchzuschauen, ich habe die best of für euch zusammengestellt – viel spaß.

nach marins taufe am vergangenen samstag sind wir leider wieder abgereist, die zwei wochen vergingen wirklich sehr schnell – zu schnell. nun bin ich in bad honnef und werde an einem einwöchigen hindi-sprachkurs teilnehmen. klar lernt man in einer woche nicht besonders viel, aber es sollte ausreichen, um grundkenntnisse mitzubekommen und sich wenigstens vorstellen zu können. ich bin sehr gespannt, wie viel ich bis zur kommenden woche werde behalten können, wenn es (endlich) nach indien geht.


musik: the doors | the end

on fire war mein zug gestern zum glück nicht. viel besser als den reisenden der bahnsauna ist es mir gestern aber trotzdem nicht ergangen. aus einer launer heraus, gepaart mit einer mischung aus bequemlichkeit und faulheit habe ich mich gestern nämlich extra nicht mit einem mietwagen, sondern mit dem unternehmen zukunft auf den weg von münchen nach bad honnef gemacht. anfänglich war ich noch begeistert davon, dass ich ohne reservierung einen schönen platz in einem nicht überfüllten waggon bekommen habe. und dass die landschaft so schön und schnell an mir vorbeisaust.

kurz nach stuttgart war’s dann aber vorbei mit dem geschwindigkeitswahn und der freude: bei vaihingen (enz) hat sich wahrscheinlich jemand vor den zug geworfen, was meine fahrzeit um knappe 3 stunden verlängerte. zu recht fragte sich meine mutter, wer sich denn bei diesem schönen wetter das leben nehmen würde – ich tippe auf streusalzverkäufer. tragisch, aber leider nicht zu ändern. trotzdem frage ich mich, wieso mir sowas gerade dann passieren muss, wenn ich ausnahmsweise mal mit der bahn fahren möchte, statt im auto zu sitzen?

letztlich bin ich doch noch angekommen – zwar erst um 3 uhr morgens, aber immerhin. das letzte stück, eine taxifahrt von siegburg/bonn nach bad honnef, war dabei ebenso spannend, wie die reise zuvor: mit knapp 150 fegte mein vermutlich arabischer taxifahrer über die schnellstraße. unangeschnallt und in der mitte zwischen beiden spuren. mit handy am ohr. weil er nicht verstanden hatte, wo ich hinmöchte und mich, den ortsunkundigen, beständig fragte, ob rheinbreitbach in der nähe von königswinter sei.

nun bin ich also hier – und lerne hindi. mehr dazu aber später, nach einer kalten dusche vielleicht


musik: mando diao | train on fire