dass in indien die uhren zumeist etwas anders ticken als daheim im alten europa, ist hinlänglich bekannt. an einigen orten, wie dem deccan gymkhana post office, habe ich den eindruck, dass sie gar nicht ticken, sondern die zeit einfach stehengeblieben ist. nun habe ich noch solch einen ort entdeckt. er befindet sich in unserem haus, zwei stockwerke unter uns. lange bevor wir hier eingezogen sind, wurde dort anscheinend mit tiefgreifenden renovierungsarbeiten begonnen. ständig dringt tagsüber lärm von bohrmaschinen, bauarbeiterstimmen und irgendwelchen gerätschaften bis zu uns nach oben.

nun ist mir jedoch aufgefallen, dass die inder entweder nur so tun, als würden sie arbeiten, oder sie schaffen es, die früchte ihres schaffens erfolgreich zu verstecken. denn bis auf den kies, der vor drei wochen in kleinen beuteln in die wohnung getragen wurde, hat sich nichts sichtbar am zustand des appartments verändert. ich würde gern wissen, wann die arbeiten begonnen haben und wann sie planmäßig enden sollen. mir ist das ein rätsel: seit monaten tut sich nichts, es gibt in der wohnung noch nicht einmal fenster.

ich werde das jetzt beobachten, vielleicht mache ich ein foto pro woche, dann lässt sich vielleicht unter umständen ein geringer fortschritt erkennen.

08-09-2010

in ermangelung eines besonderen vorkommnisses, heute erneut ein bild aus der konserve. aufgenommen zu janmashtami am 2. september. als ich so vor mich hingestaunt und den trommlern und tänzern beim trommeln und tanzen zugesehen habe, viel mir auf einmal dieser alte herr auf. er saß ganz ruhig auf einer mauer hinter mir und sah ebenfalls den trommlern und tänzern zu. mir hat sein aussehen sehr gefallen und darum habe ich ihn kurzerhand nach einem foto gefragt. *kopfwackel* war die antwort, als ich auf meine kamera und dann auf ihn zeigte. ein klares ja.

leider war es zu laut und die schnittmenge unserer gemeinsam gesprochenen sprachen zu klein, um nach einem namen zu fragen…

07-09-2010

am samstag gab es gleich noch einen anlass zum feiern. “the other” enrico, also nicht mein mitbewohner, sondern eben ein anderer, hat sein praktikum hier in indien beendet und ist nun wieder auf dem heimweg. darum gab’s am samstag noch mal ein gemeinsames essen. dem essen folgte dann noch eine wilde fahrt von enrico am steuer (!!) einer rikscha, während ich versucht habe, italienisch zu lernen. natürlich wurden mir nur schimpfworte beigebracht…

but now, say farewell to enrico:

06-09-2010