am vergangenen wochenende hat es lars und mich nach manchester verschlagen. wieso wir gerade dort gelandet sind, lässt sich eigentlich ganz einfach beantworten: easy jet fliegt dort hin und bietet attraktive preise und flugzeiten. und so haben wir irgendwann anfang des jahres beschlossen, nach manchester zu fliegen und ein wochenende in der wiege des kapitalismus und der englischen industrialisierung zu verbringen.
viel zu sehen gibt es aber eigentlich nicht. manchester ist eine nette mittelgroße stadt, nicht besonders hübsch, aber auch nicht absurd hässlich. es gibt eine überschaubare innenstadt, in der man gut shoppen kann und unglaublich viele bahnlinien und brücken, die sich um diese innenstadt schlängeln – jedenfalls erschien mir das so. vom großen industriellen erbe der stadt ist zumindest im stadtzentrum nicht mehr viel zu spüren. im museum of science und industry wird diese jedoch wachgehalten. auf dem gelände befinden sich neben einer großen zahl alter textilmaschinen, lokomotiven und bahnwaggongs auch die gebäude des ersten personenbahnhofes der welt. schon 1830 fuhr hier der erste zug von manchester nach liverpool. amüsant an dem museum und der ausstellung fand ich jedoch, dass die ausstellung den eindruck erweckt, eigentlich sei alles in manchester erfunden worden – inklusive der ersten computeranlage.
mindestens genauso interessant wie das industriemuseum ist jedoch die gegen um die canal street bei nacht. ich wusste vorher nicht, dass manchester eine sehr große und lebendige schwulen- und lesbenszene hat, die sich um die canal street versammelt. nachts öffnen dort alle clubs und kneipen ihre türen und dann wird’s richtig bunt. richtig stark fanden wir, dass sehr viele der feierwütigen engländer abends kreativ verkleidet haben. im laufe des abends sind uns polizistinnen, neandertalerinnen, mario, luigi, kermit und viele andere über den weg gelaufen. wir haben leider nicht herausgefunden, ob das jungesellinnen abschiede waren, oder es in england einfach nur so üblich ist, sich zu verkleiden.
es ist schon ein paar tage her, genauer gesagt zwei wochen, da ist etwas wunderbares passiert. als ich am montag abend in hamburg in mein hotelzimmer kam, stand endlich auch auf meinem tisch eine der berühmten etageren mit obst und schokolade. schon viel hatte ich davon gehört, immer wieder geisterten berichte über die wunderbaren etageren durch das projektteam. vollkommen ungeklärt sind die bedingungen, unter denen man sie erhält. eines scheint klar: am punktestatus der zum hotel gehörenden punktesamelkarte liegt es wohl nicht, denn gold-member war ich vorher auch schon.
na sei’s drum: der soziale aufstieg ist nun bei mir angekommen, the sky is the limit, sag’ ich mal. schade nur, dass das projekt dort nun schon für mich vorbei ist, so konnte ich mich nur zwei wochen in meinem luxus suhlen. mittlerweile bin ich wieder in der harten realität angekommen – ohne geschälte obststückchen im wohnzimmer. das leben ist hart, aber das kurze gefühl, ein mal in der upper class angekommen zu sein, werde ich nicht mehr vergessen.
1994 erschien der großartige film forrest gump. ich habe den film schon sehr oft (aber leider sehr lange nicht mehr) gesehen und eine szene istg mir immer im gedächtnis geblieben, und zwar wegen der musik, die dort spielt. nachdem forrest aus dem militärdienst entlassen wurde und auf dem shrimpkutter arbeitet, gibt es eine kurze sequenz, in der er an jenny denkt. man sieht sie, wie sie in einer durchzechten drogennacht auf einen balkon tritt, auf die brüstung steigt und kurz darüber nachdenkt, sich herunterzustürzen. sie lässt ihren linken fuß etwas über den rand gleiten, rutscht fast ab, hält sich aber oben am balkon fest, sodass sie nicht abstürzt. anschließend klettert sie wieder herunter und sinkt zu boden.
mir ist das großartige gitarrensolo seit dem immer im kopf geblieben, ich habe aber nie herausbekommen, von wem der titel eigentlich ist. bis heute. denn auf dem weg nach hamburg mit meinem kollegen bernd ist das wunder passiert: er hört gern klassischen gitarrenrock beim autofahren und plötzlich, auf hlber strecke von berlin nach hamburg habe ich es gehört: dieses unverwechselbare riff, wenn jenny auf den balkon tritt. wir haben uns gerade über irgend etwas unterhalten, aber ich musste schnell nachfragen, von wem der song ist. den rest der fahrt habe ich den namen des titels immer wieder im kopf wiederholt, um meinen schatz nicht wieder zu verlieren. und im büro habe ich ihn sofort bei itunes gekauft – mir ist nicht mal in den sinn gekommen, nach der cd oder der sd karte zu fragen…
mich wundert eigentlich wirklich, dass ich den song in den letzten 17 jahren nie gehört zu haben scheine, schließlich ist lynyrd skynyrd keine unbekannt nerd band und für free bird gibt’s sogar einen wikipedia eintrag… natürlich möchte ich diesen denkwürdigen augenblick auch gleich mit euch teilen. zuerst der ausschnitt aus forrest gump – leider auf spanisch, aber auf die musik kommt’s an (die szene kommt im film übrigens bei 1h 29 minuten).