wir sind die männer mit einem harten job. und wir fahren mit dem bob.

so geschehen am letzten wochenende, auf der olympia bobbahn innsbruck. der lars hatte mir nämlich, sicher auch in erinnerung unseres waghalsigen fallschirmsprungs, eine bobfahrt zum geburtstag geschenkt. wie schon beim fallschirmspringen ist inge auch mitgekommen und hat uns bei unserem rutsch durch den eiskanal fotografiert – danke :-)

und was soll ich sagen? auch daran kommt die fahrt mit einer achterbahn längst nicht heran.

zuerst haben wir uns aber bei der gelegenheit noch ein wenig in innsbruck umgesehen – naja. es wahrscheinlich lag es an der kürze der zeit, dass ich die verborgene schönheit der stadt nicht gleich entdeckt habe. außerhalb der ganz hübschen fußgängerzone hatte die stadt in meinen augen wenig charme. na sei’s drum, wir sind ja auch nicht unbedingt zum sightseeing gekommen.

anders als das fallschirmspringen ist bobfahren total passiv – die einweisung durch einen älteren herren bestand lediglich in der ansage, wie wir zum startplatz kommen und dass wir auf jeden fall ganz steif mit geradem rücken im bob sitzen müssen, nicht wie die profis nach vorn gebeugt. das war’s. dann sind wir vom ziel auf der ladefläche eines lkw mit den bobs zum startpunkt gefahren. rumpelrumpel.

auf dem lkw

am start dann ziemliches durcheinander, weil mehrere gruppen gleichzeitig fahren wollten, darunter eine gruppe aufgedrehter italiener, die sich von einer unpassend fein angezogenen dame herumscheuchen ließen. nach etwa einer stunde warten, währenddessen uns fast die füße abgefroren sind, ging es endlich los. wir sind in einem 4er bob gefahren, vorn ein professioneller lenker, an zweiter stelle lars, ich dahinter und hinter mir der bremser – auch ein profi bobber. die beiden bobfahrer wirkten nach dem tag schon ziemlich fertig, wer weiß, wie häufig sie an diesem tag schon durch den kanal gedüst sind. ich habe mich schon ein bisschen auf das anschieben gefreut, aber wir mussten einfach platz nehmen und wurden dann von jemandem aufs eis geschubst. dabei ist “platz nehmen” gar nicht so einfach: ich hätte nicht gedacht, wie verdammt eng es in so einem bob ist. mir ist es ein absolutes rätsel, wie die profis das so schnell schaffen, anlaufen, reinspringen, losdüsen, ohne sich zu verhakeln. der bob hat eigentich gar keine sitzplätze, nur der lenker hat eine winzige rückenlehne. ansonsten sitzen wir im prinzip einfach auf dem boden der fiberglasrakete, auf einem winzigen bisschen polsterung.

startklar

los gehts

einigermaßen verkantet (und immer schön mit steifem rücken) ging es dann durch den eiskanal: erst noch langsam, dann immer schneller. am ende geht es dann mit knapp 110 km/h in eine 360° kurve, plötzlich wirken laut aussage der profis 3 bis 4 g auf einen – also 3 bis 4 fache schwerkraft. dann ist es auch wirklich schwer, sich aufrecht zu halten, der bremser drückt mich immer wieder nach vorn, das gewicht der vor mir sitzenden drückt auf meine füße, es schmerzt. mein kopf wird heftig hin und her geworfen, erst zur einen, dann zur anderen seite gedrückt. es ruckelt.

bob-3

bob-2

nach der letzten kurve zieht der bremser an, es geht leicht bergauf, ich bekomme schnee hinten in die hose, brrr. nach einer knappen minute ist der spaß auch schon wieder vorbei, wir warten noch auf inge, die wieder mit einem der lkw heruntergefahren ist. dann holen wir uns unsere urkunden ab. wir sind uns sicher, dass wir an diesem tag das schnellste und eleganteste bobteam waren. die beiden profis sind froh, dass ihr arbeitstag bald zuende ist. ich bin trotz der kurzen fahrt erschöpft.

fazit: absolut empfehlenswert, danke lars!

bob-1