heute hatte ich frei, weil mein büro umgezogen ist. den größten teil der gewonnenen zeit habe ich in die erneuerung des edylls gesteckt: ich habe ein wenig aufgeräumt, für mehr übersichtlichkeit gibts jetzt zwei seitenleisten, eine übersicht über die 5 neuesten einträge und meine pune 2010 karte befindet sich darüber. außerdem gibt’s eine ganz neue seite – indien – auf der ihr schnell zu den bildern, einer großen karte und einer kurzen erklärung kommt, wieso ich eigentlich überhaupt hier bin.

nachdem ich also wenigstens ein bisschen fleißig war, sind fabio, enrico und ich noch spazieren gewesen. ganz in der nähe befindet sich nämlich der “law college hill” (klar, hinter dem law college, das natürlich an der law college road ist). auf dem heimweg sind wir noch an einem stand vorbeigekommen, der mir schon in den letzten tagen aufgefallen ist. er ist ganz neu und wird auch nicht lang bleiben. alles, was dort verkauft wird, sind ganesh statuen aus lehm in allen möglichen größen. nur eines haben alle gemeinsam: sie sind unglaublich bunt. und preiswert. ich konnte also nicht umhin, eine der figuren zu kaufen. ab dem 11.9. wird in pune ganapati gefeiert – den erzählungen nach ein sehr buntes, einwöchiges fest, in dem lord ganesha gefeiert wird. und irgendwann im laufe des festes werden die vorher gekauften ganesh figuren ins wasser geworfen – also fluss, see oder irgendwohin. darum war es dem verkäufer auch sehr wichtig, zu erwähnen, dass die figuren sich alle ganz brav auflösen werden. mal sehen, ob ich meinen einfach trotzdem behalte :-)

nach dem geglückten verkaufsgespräch habe ich dann noch gefragt, ob ich den verkäufer fotografieren dürfe. und ich durfte. darf ich vorstellen: chandrakant keluskar. und herr keluskar hat mir auch noch verraten, dass ich, um glück zu bekommen, mit den worten “om gan ganapataye namaha” zu lord ganesh beten soll. na wenn’s hilft ;-)

01-09-2010

seit dem ich hier in pune bin, habe ich diesen titel für einen blog post im kopf und ich habe eine weile gewartet, bist mir auch die richtige story dazu einfällt. seit dem vergangenen wochenende habe ich sie endlich. bitte entschuldigt die musik :-)

ich wollte nicht ein weiteres wochenende daheim auf der couch, auf dem balkon oder im coffee shop verbringen, darum kam es mir ganz gelegen, dass valentina (aus meiner italien-connection hier) eine gruppe wanderfreudiger inder ausfindig gemacht hat. irgendwer organisiert einen trip oder denkt sich ein ziel aus, postet das auf facebook und dann gehts los. für wanderer aus pune gibt es sogar eine eigene webseite: punehikers.org. ich habe also am freitag einfach eine mail an ashwin, den organisator, geschrieben und schon war ich dabei.

los gings am samstag morgen, um 6:30 war treffen am bahnhof shivajinagar, das ist relativ nahe bei uns. dann den zug um 7:12 richtung mumbai bis lonavla. ziel des treks war rajmachi, ein sehr beliebtes ausflugsziel für leute aus pune, mumbai und umgebung. in lonavla angekommen, erstmal frühstücken, dann mit der rikscha weiter bis zum fuß der hügelkette, die wir besteigen wollten. das wetter war fantastisch, die sonne schien, die vögel zwitscherten und hin und wieder kamen wir an kleinen bächen vorbei. die landschaft ist wunderschön und ich habe erst hier richtig begriffen, wieso alle so scharf darauf sind, gerade in der monsunzeit wandern zu gehen. in deutschland käme wohl niemand auf die idee, geanu dann stundenlang draußen rumzulaufen, wenn es per definition eher regnet als trocken ist. aber der grund ist einfach: die natur ist zu dieser zeit einfach am schönsten. und darum ging es auch: die natur erleben, möglichst nah. darum gab es auch wenige, aber klare regeln: nicht rauchen, kein alkohol und keinen müll irgendwo hinschmeißen. eigentlich ganz logisch.

am samstag standen knapp 14 kilometer auf dem “speiseplan”, durch saftiges grün, vorbei an wasserfällen, entlang eines tals. nach einigen stunden wanderung erreichten wir schließlich gegen 16 uhr ein kleines dorf am fuße eines hügels auf dem sich eine burgruine befindet. ich hatte mittlerweile sonnenbrand, weil ich irgendwie nicht mit sonne, sondern natürlich regen gerechnet habe. in dem dorf haben wir – unsere gruppe bestand aus etwa 20 leuten (9 europäer, 11 inder) – etwas zu abend gegessen, dann einen kleinen tempel ganz in der nähe, besichtigt und sind schließlich gegen 22 uhr ins bett gegangen. naja, von “bett” kann eigentlich keine rede sein, wir schliefen, fein säuberlich nach geschlechtern getrennt, auf dem boden einer hütte. ich wurde noch gewarnt, ich solle nicht zu nahe an der wand schlafen, weil es durchaus sein kann, dass nachts kleine skorpione dort entlanglaufen…

in der nacht wurde unsere gruppe noch etwas größer, denn zu meinem großen erstaunen sind weitere wanderlustige abends im dunkeln in lonavla gestartet, um mitten in der nacht die 14 kilometer zu reißen und gegen mitternacht zu uns zu stoßen. wir waren dann also 27.

sonntag war das komplette gegenteil von samstag: bereits am samstag abend hat es angefangen zu regnen und es hörte auch nicht mehr auf. nachts bin ich ein paar mal vom trommeln des regens auf dem blechdach wachgeworden. der morgen begann also bereits gegen 7 uhr (ich war fast der letzte mit aufstehen) nach einer etwas unruhigen nacht, denn so prima kann ich auf dem boden denn doch nicht schlafen. vor dem frühstück ging es auf die burg – leider konnten wir durch regen und nebel nicht viel sehen. es regnete so stark, dass auch der regenschutz meiner kamerasche nicht viel geholfen hat. aber es ist alles heile geblieben.

nach einer stärkung mit reis, nudeln und suppe (9:00 uhr ) ging es auf den heimweg. geplant waren wohl nur etwa 3 stunden wanderung. durch den starken regen und den vergleichsweise anstrengenden weg hat es aber deutlich länger gedauert. es ging auch nicht mehr so einfach nur flach geradeaus wie am tag zuvor, sondern steil bergab, ein weg war teilweise nur schwach erkennbar. und wenn man so lange im starken regen unterwegs ist, hilft auch keine regenkleidung mehr (die ich mir doch extra dafür noch am freitag gekauft hatte…). zum glück ist es hier in indien nicht kalt, so macht einem der regen und die nässe nichts aus. und letztlich hat man ja auch keine andere wahl.

der weg führte uns steil bergab durch dichten wald, bäche, flüsse, vorbei an wasserfällen, durch knietiefes wasser und letztlich durch einige reisfelder. wunderschön. am ende stand wieder eine knapp 90 minütige bahnfahrt und der wunsch, endlich unter eine heiße dusche springen zu können (zugegeben: eine heiße badewanne wäre mir noch lieber gewesen ;) ).

einen schock bekam ich dann auch ganz zum schluss: ich stehe unter der dusche, bin bereits eingeseift und … plötzlich geht das wasser aus! *grrr* zum glück ging es nach zwei minuten wieder an und der abend war gerettet.

fazit: zwei blasen, knapp 300 fotos, jede menge nette inder kennengelernt, den monsun mal richtig erlebt und eine wunderschöne seite indien gesehen. nochmal, nochmal!

rajmachi

ein paar bilder von meinem wander-ausflug nach rajmachi am 28./29. august 2010

25 Fotos


musik: tokio hotel | durch den monsun