noch einige nachwehen der dreharbeiten gestern. ein paar bilder hab ich noch und da ich heute keins gemacht habe, müsst ihr mir dem archiv vorlieb nehmen. aber dafür habe ich auch ein bild der “nymphen” für euch.

25-08-2010

heute war es soweit: für fabio, lucas und mich hat eine große karriere als schauspieler begonnen. denn vor einigen tagen wurden wir gefragt, ob wir bei einem dreh für einen werbespot mitmachen wollen würden. klar, sagten wir und so ging es heute los. und eigentlich ist es gar kein richtiger axe werbespot, sondern nur der beitrag zu einem werbespot-wettbewerb von axe. aber das macht nichts, ist die karriere einmal ins rollen gekommen, ist sie nicht mehr aufzuhalten, so viel ist klar.

wir trafen uns mittags am film and tv insitute of india, einer der top adressen, wenn es ums filmenlernen geht. da die dreharbeiten etwas im zeitplan hinterher hingen, hatten wir genug zeit, uns das gelände, die gebäude und die kantine anzusehen. doch dann, schätzungsweise gegen 14 uhr, ging’s los.

wir drei hatten die rolle von europäischen touristen, die sich in einem indischen Dschungel verlaufen haben. wir fluchen gerade so über die nervigen mücken und die hitze in der grünen hölle, als wir plötzlich eine unglaubliche entdeckung machen: unter einem baum sitzt ein sadhu, komplett eingerankt und überwuchert von der fauna des urwalds. wir erschrecken und gehörig, bestaunen den meditierenden geistlichen und bemerken schließlich seinen unglaublichen gestank. kein wunder, der gute sitzt seit 20 jahren an der stelle, weil ihm einst eine schöne nymphe den auftrag gegeben hat, zu meditieren. er sollte dies so lang tun, bis er ihrer liebe würdig sei.
nach 20 jahren finden wir europäer also diesen mann und besprühen ihn ordentlich mit axe. nur sekunden später strömen etliche wunderschöne elfen, feen und nymphen (es gibt auch ein indisches wort dafür, das mir leider entfallen ist) durch den wald, rennen auf den sadhu zu, an uns vorbei und fallen über ihn her, weil er ja nun so unwiderstehlich gut riecht. allen voran im übrigen just dieselbe dame, die den herrn einst verschmähte.

der dreh hat uns allen viel spaß gemacht. ich fand sehr interessant, dass ausschließlich mit tageslicht, ohne künstliche beleuchtung gedreht wurde. als kamera fungierte eine canon 5d, zur tonaufzeichnung wurde eine art camcorder mit extra mikro genutzt. ich bin sehr auf das endergebnis gespannt, wann es fertig ist, ob wir es zu sehen bekommen und vor allem, wie es aussieht. eins ist jetzt schon klar: nen oskar wird’s nicht, aber ich bin überzeugt, die kommenden generationen werden sich noch lange an die brillianten zitate (“what the hell is this?” oder “damn mosquitos!”) erinnern. ach, wen es übrigens interessiert: ich habe ja auf echte bollywood-schönheiten gehofft. aber weit gefehlt: bei tageslicht betrachtet und ohne nachbearbeitung waren die damen zwar weitestgehend hübsch, aber noch ein ganzes stück davon entfernt, auch nur fuer 20 minuten in einem dschungel zu meditieren. also, jungs: nur kein falscher neid :)

und die moral von der geschicht: nimm axe, und meditiere nicht :-)

24-08-2010

ich habe noch einen langen weg vor mir, aber das schreckt mich nicht ab. ich möchte gern gute und interessante portraits von zufälligen menschen machen, das finde ich sehr spannend. hier in indien gibt es viele interessant aussehende menschen und so habe ich zwei probleme zu lösen: erstens muss ich sie ansprechen und fragen, ob ich sie fotografieren darf. und zweitens muss ich dann noch ein gutes foto machen. zweiteres ist von beidem die schwierigere aufgabe, das bekomme ich nur durch training hin und ihr müsst so lange mit den imperfekten ergebnissen leben. das erste problem scheint in indien keines zu sein, da sich die menschen, wie ja gestern schon geschrieben, sehr gern fotografieren lassen.

auf dem heimweg bin ich gestern an einem kleinen stand vorbeigekommen, an dem es einige glühbirnen, kabel und lichtschalter zu kaufen gibt. der stand st etwa so groß wie zwei telefonzellen, darin sitzt ein älterer mann und wartet auf kundschaft. eigentlich hätte ich gern noch teile des standes mit auf dem bild, aber es war schon dunkel und daher ohnehin nicht einfach (für mich als anfänger), ein bild zu knipsen. zumindest eins habe ich schon besser gemacht als sonst: ich habe nach dem namen gefragt, den er mir bereitwillig auf einen zettel schrieb. einen facebook account hat babulal nicht.

23-08-2010