on fire war mein zug gestern zum glück nicht. viel besser als den reisenden der bahnsauna ist es mir gestern aber trotzdem nicht ergangen. aus einer launer heraus, gepaart mit einer mischung aus bequemlichkeit und faulheit habe ich mich gestern nämlich extra nicht mit einem mietwagen, sondern mit dem unternehmen zukunft auf den weg von münchen nach bad honnef gemacht. anfänglich war ich noch begeistert davon, dass ich ohne reservierung einen schönen platz in einem nicht überfüllten waggon bekommen habe. und dass die landschaft so schön und schnell an mir vorbeisaust.
kurz nach stuttgart war’s dann aber vorbei mit dem geschwindigkeitswahn und der freude: bei vaihingen (enz) hat sich wahrscheinlich jemand vor den zug geworfen, was meine fahrzeit um knappe 3 stunden verlängerte. zu recht fragte sich meine mutter, wer sich denn bei diesem schönen wetter das leben nehmen würde – ich tippe auf streusalzverkäufer. tragisch, aber leider nicht zu ändern. trotzdem frage ich mich, wieso mir sowas gerade dann passieren muss, wenn ich ausnahmsweise mal mit der bahn fahren möchte, statt im auto zu sitzen?
letztlich bin ich doch noch angekommen – zwar erst um 3 uhr morgens, aber immerhin. das letzte stück, eine taxifahrt von siegburg/bonn nach bad honnef, war dabei ebenso spannend, wie die reise zuvor: mit knapp 150 fegte mein vermutlich arabischer taxifahrer über die schnellstraße. unangeschnallt und in der mitte zwischen beiden spuren. mit handy am ohr. weil er nicht verstanden hatte, wo ich hinmöchte und mich, den ortsunkundigen, beständig fragte, ob rheinbreitbach in der nähe von königswinter sei.
nun bin ich also hier – und lerne hindi. mehr dazu aber später, nach einer kalten dusche vielleicht
musik: mando diao | train on fire
Selbstmord durch die Bahn passiert im Schnitt zweimal pro Tag, das ist jetzt so überraschend nicht. Lokführer möchte ich jedenfalls nicht sein, es ist wohl nahezu unmöglich durch das Berufsleben zu kommen ohne das sich einer vor deinen Zug wirft.
Für dich relevanter und aktuell im Spiegel: Keine Fensterplätze in indischen Zügen wählen und für die klimatisierten Wagons was warmes zum Anziehen mitnehmen:
http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,706059,00.html
nee, lokführer möchte ich auch nicht sein, das muss wirklich mies sein. deine statistik macht’s aber eigentlich nur schlimmer, nun möchte ich am liebsten nie wieder bahn fahren – höchstens autobahn. unternehmen vorsprung durch technik, sag’ ich mal.
danke für den lustigen artikel, ich bin schon sehr gespannt (und “heiß” aufs bahnfahren in indien
)