minus 10 grad. schnee. 69.000 menschen sitzen frierend in der kälte, wärmen sich an glühwein und bratwurst, schauen dabei 22 männern beim laufen zu. nach zwei spielen von union berlin – eines im mai in paderborn, damals noch dritte liga und einem zweiten vor einer woche in bielefeld gegen die arminia auf der alm – folgte vorgestern der krönende abschluss des fußballjahres 2009: bayern gegen berlin in münchen. natürlich nicht gegen union, so weit sind die herren aus der alten försterei noch nicht. stattdessen gab sich die herta in münchen die blöße.

ich konnte sogar schweinis gesicht erkennen!

aber ganz langsam und von vorn: am 3. advent ein highlight in bielefeld: bereits in der woche nach najkos umzug nach bielefeld im mai hat er mich darauf eingeschworen, dass im dezember bielefeld gegen union spielen wird. natürlich müssen wir da hin, hieß es gleich. und natürlich waren wir dort. nicht allein, sondern mit einigen freunden von najko aus berlin und bielefeld und zudem mit etlichen extra angereisten unionern. eisern ging es denn auch zur sache, die tatsache, dass der einlass durch ein winziges tor eine echte ewigkeit dauerte und es außerdem nur alkoholfreies bier gab, ließ die stimmung bei den mitgereisten fans nicht gerade steigen. so stieg einzig die aggressivität, noch vor dem spiel gab es randale im stehplatzbereich und in der 75. minute wurde das spiel unterbrochen, da einige unioner bengalische feuer und andere sachen angezündet haben. wahrscheinlich war ihnen kalt, kein wunder…
solche ausschreitungen sind wirklich traurig, weil sie den fußball in verruf bringen, dabei kann ein nachmittag im stadion wirklich eine schöne sache sein, auch wenn man sich nicht besonders für fußball interessiert. aber die atmosphäre ist schon etwas besonderes und wenn man dazu noch ein schönes spiel mit vielen toren sieht, lässt einen das sogar die fieseste kälte ertragen. so war die begegnung bayern münchen vs. herta bsc berlin am 19.12. in der allianz arena echt ein kontrastprogramm: nicht nur das fantastische stadion, sondern auch die grandiosen plätze (reihe 10, mitte!), dazu kostenlos bratwurst und glühwein für jeden. und 7 tore. gegensätzlicher könnte es kaum sein. zwar hat dummerweise berlin verloren, aber erstens war das absehbar (tabellenletzter gegen den dritten sagt alles), zweitens ist es ja der falsche berliner verein – so viel lokalpatriotismus muss dann doch sein ;-)
dummerweise war es mit -10¬∞ noch noch noch kälter als in bielefeld, da halfen auch glühwein und wurst nicht mehr. nur ein warmer tee nach dem spiel. aber das spiel war gut, die atmosphäre super und so alles in allem der samstag ein sehr schöner :)
allianz arena

musik: fettes brot | fußball ist immernoch wichtig

ich habe schon viel zu lang nichts mehr von mir hören, bzw. lesen lassen. nun, das schweigen soll ein ende haben, obwohl es dafür eigentlich keinen grund gab. ich bin einfach nicht dazu gekommen, beziehungsweise hatte auch keine lust, etwas zu schreiben. mit sicherheit ändert sich das in den kommenden wochen und monaten, denn bestimmt werde ich wieder mehr zu sagen haben – no matter if you’re interested.

durch meine faule schweigsamkeit bin ich noch gar nicht dazu gekommen, von unserem trip nach rom zu berichten. mitte november waren inge und ich nämlich in der ewigen stadt. scheinbar folgen wir damit auch nur einem allgemeinen trend, denn auch anni war mit ihrem freund just eine woche vor uns dort. sie war jedoch einige tage mehr als wir mit unseren 3. aber mehr war leider nicht drin :( sehr schade, denn bei rom kommen drei fiese fakten zusammen: die stadt ist alt, riesig und interessant. wer also alles sehen möchte und nicht nur petersplatz und colosseum braucht etwas mehr zeit. und vor allem gutes schuhwerk, geduld und ausdauer.

wir hatten das glück, in einem winzigen hotel mit nur 6 zimmern unweit des petersplatzes zu wohnen. damit war die lage so zentral, dass wir recht bequem alles ablaufen konnten. am ersten tag – samstag – war eben jener dran, dann ein rundgang zum collosseum und am forum romanum vorbei, es hatte dann leider schon zu. am sonntag haben wir das dann nachgeholt, waren auch in trastevere, einem kleinen stadtteil auf der anderen seite des tiber. das lässt sich vielleicht am ehesten mit dem prenzlberg in berlin vergleichen, jedenfalls scheint es der ort für angesagte kneipen zu sein. am dritten und letzten tag haben wir dann den petersdom und die sixtinische kapelle gestürmt – zusammen mit tausenden (zumindest gefühlt) anderen touris.

collosseum

mein fazit: rom ist großartig und absolut eine reise wert. aber man sollte sich in acht nehmen vor der römischen küche. die besteht nämlich im wesentlichen aus touristenkaschemmen mit mieser pizza, gebacken von indischen einwanderern. das kann pizzeria don camillo in gütersloh-avenvedde definitiv besser. wir haben aber zur ehrenrettung von mama miracoli auch ein schickes kleines restaurant gefunden, das zum glück auch von italienern besucht wurde und wirklich gut war.

die vaticanischen museen sind unglaublich. und das in jedem sinne des wortes. eine ungeheure pracht und kitchigkeit (gibts das wort?) schlägt einem entgegen, egal, welchen der endlos erscheinenden säle und räume man betritt. den prunk und pomp kann man leider weder aufnehmen, noch festhalten, geschweige denn begreifen oder fotografieren. die sixtinische kapelle ist dabei nur ein sehr kleiner teil der pracht.

das antike rom ist fantastisch, wird aber nach einer weile auch langweilig, weil es eben nur alte kaputte steine sind. trotzdem muss man es gesehen haben. nichtsdestotrotz sollte man sich die zeit nehmen und die kleinen verwinkelten gassen erkunden und mal einen abstecher in eine kleine dunkle espressobar machen – der kaffee in rom kann nämlich göttlich sein.

ein paar bilder habe ich auch gemacht, natürlich. meine favorites findet ihr bei den bildern.


musik: fettes brot | viele wege führen nach rom