Jul 27th, 2009 von elmo | keine kommentare »
ich kann kaum wirklich glauben, was ich da seit gestern in den nachrichten sehe und lese. da regt sich die gesamte bundesdeutsche presselandschaft über die private – oder teilprivate – nutzung des dienstwagens von frau schmidt auf. und niemand wird müde zu betonen, dass es sich dabei keinesfalls um unrechtmäßige nutzung gehandelt hat. nein, rechtlich kann man der ministerin nichts vorwerfen, aber moralisch. ethisch. menschlich. und auf’s menschliche kommt’s an. schon kunjunktivieren einige den rücktritt – eigentlich würden sie den fordern, sie müsste zurücktreten, aber die amtszeit geht ja eh zuende, das lohnt nicht.
also so etwas albernes wie diese sommerlochdiskussion habe ich lange nicht mehr gelesen. da macht jemand alles richtig und doch anscheinend alles falsch. es gibt zigtausende menschen mit dienstwagen in deutschland, von denen sehr viele das privileg selbstverständlich auch nutzen, den wagen privat durch europa zu kutschieren. und niemand regt sich auf. ob es denn ökonomisch oder gar ökologisch vertretbar sei, mit dem wagen nach spanien zu düsen – oder ihn hinterher fahren zu lassen. wahrscheinlich ist es weder das eine noch das andere wirklich. aber wie öko***isch sinnvoll ist es, eine tonnenschwere limousine mit höchstgeschwindigkeit über deutsche autobahnen zu peitschen? die frage stellt sich doch sonst auch niemand der nun plötzlich anklagenden cducsufdplinkengrünen!
diese verlogenheit, aus dieser panne auf teufel komm raus einen politischen vorteil zu gewinnen, finde ich einfach nur traurig. gern würde ich mal einen blick in all die fahrtenbücher der lieben kabinettsmitglieder werfen…
und ehrlich: das wahre drama wird völlig außer acht gelassen: wie zum teufel kann es sein, dass in das hotelzimmer des chauffeurs eingebrochen wird, um dem die schlüssel des wagens zu stehlen? wie krass ist das denn bitte?
wenn also diese panne das wichtigste thema der woche ist, muss die konjunkturlage weit besser sein, als alle befürchten.
musik:
kaiser chiefs | i predict a riot
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Jul 11th, 2009 von elmo | keine kommentare »
ich möchte der “quotation of the day” von spree1 an dieser stelle keine konkurrenz machen, aber was ich gestern beim burger essen an der raststätte nürnberg-feucht gehört habe, darf nicht unerhört bleiben:
“du kannst spielen oder essen, aber nicht beides gleichzeitig. und nicht im stehen. wir sind ja keine holländer. wir haben tischmanieren!”
das sagte eine junge frau zu ihrem kind, als sich der knilch zum spielen vom tisch verabschieden wollte. die sätze könnte man eigentlich ideal mit “wir sind deutsche rassisten und haben dumme vorurteile!” ergänzen…
musik:
soulfly | prejudice
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Jul 1st, 2009 von elmo | ein kommentar »
jajajajaja. seit zeimlich genau einer woche bin ich gar nicht mehr im urlaub, sondern treibe schon wieder in deutschland mein unwesen. trotzdem möchte ich euch einen urlaubs-eintrag nachreichen, der schon seit nunmehr fast zwei wochen in meinem kopf schlummert und bislang nicht hinaus gefunden hat. denn man glaubt es kaum: in island, einem der länder mit der höchsten internet und mobilfunkabdeckung überhaupt, ist es gar nicht so einfach, an einen internet-pc zu kommen. oder vielleicht gerade deshalb? denn wer braucht schon internet-cafés, wenn jeder privat online ist…? in nepal war das jedenfalls einfacher…
seit dem letzten eintrag vom 16. juni wurde island jedenfalls noch viel interessanter. wir haben wahrhaftig einen gletscher bestiegen, sind durch endlose geröllwüsten gefahren, haben wale gesehen (genauer gesagt: 2 von nur wenigen tausend weltweit. hat aber auch ein wenig gedauert, bis wir die gefunden haben. ein faktum des letzten eintrags muss an dieser stelle jedoch revidiert werden: doch, in island kann es sehr kalt sein. (um glück) erst im nachhinein haben wir erfahren, dass wir an zwei nächten bei etwa -1¬∞ in h√∫sav√≠k gezeltet haben. nagut, dass es sehr kalt war, das haben wir auch alleine gemerkt. war auch kein großes wunder, wenige kilometer unterhalb des polarkreises bei einem starken wind aus norden. aber wir haben die kälte überstanden. einen tag später wurden wir mit herrlichen bademöglichkeiten im naturbad myvatn entschädigt. leute, stellt euch vor, bei knapp 10¬∞ im freien in türkisfarbenem, badewannenheißen wasser zu legen und zu entspannen…!
gelernt haben wir auch viel. vor allem, dass es einfacher ist, bei regen per anhalter zu fahren, als bei sonnenschein. mitleid ist dabei allem anschein nach entscheidend. und: die kleinsten autos bieten oft die größten überraschungen.
ein kurzes fazit unserer reise: island ist wunderschön und ich kann es nur empfehlen. es ist (derzeit) für uns europäer gar nicht teuer, die isländer sind irgendwie toll nette und hilfsbereite leute. die landschaft ist unglaublich abwechslungsreich und vielseitig und trotz mangelnder wärme und reinem pulloverwetter im hochsommer kann man sich prima das gesicht verbrennen und herrlich braun werden.
eine kleine auswahl der über 450 bilder habe ich euch hier zusammengestellt. mehr findet ihr bei den bildern. viel spaß

musik:
fats domino | i'm walking
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