letzten donnerstag wollten wir eigentlich nach island fliegen, aber durch einen dummen zufall sind wir in mittelerde gelandet. wir sind gerade in skaftafell, nur einen katzensprung vom schicksalsberg entfernt. darum kreisen kreischende vögel und die wolken brauen sich bedrohlich zusammen, ein unwetter droht (oder wenigstens sieht es so aus). gestern noch waren wir im auenland. wir haben die unendlich erscheinenden weiten von rohan hinter uns gelassen, sind den schwarzen straenden von v√≠k und den spuckenden geysiren entkommen.

freunde, es ist unglaublich. sorry, dass ich euch enttaeuschen muss, aber der herr der ringe muss hier in island gedreht worden sein. nix neuseeland. die landschaft ist so bizarr schön und abwechslungsreich, ich kann es kaum beschreiben. in unmittelbarer naehe befindet sich der grösste gletscher europas, den wir morgen per gletscherwandertour bezwingen werden. dahinter eine schroffe bergwelt, die unendliche weite davor eine kalte, feindliche wueste aus grobem kiess und schwarzem sand. doch nur 10 minuten mit dem bus genuegen und man befindet sich wieder in der zivilisation, zwischen dunkelgruenen haengen, faehrt an unzaehligen wassenfaellen entlang. ich haette nie gedacht, dass island, die vulkaninsel aus feuer und eis, so schön sein kann.

noch mehr wenig bekannte fakten:

  • hier ist es gar nicht kalt
  • ich habe sogar schon kalt geduscht
  • irgendwann erscheinen einem 12¬∞C durchaus als eine der jahreszeit angemessene temperatur
  • man tut einiges, wenn man lang nicht geduscht hat und die freundlichen hollaender das letzte warme wasser weggeduscht haben

morgen machen wir uns an eine gletschertour direkt auf den dicken eispanzer. ich bin sehr gespannt, wie das wird (von kalt mal abgesehen). noch sind wir nicht erfroren, was wohl auch daran liegt, dass die temperaturen recht konstant sind. auch regnen tut’s selten, wir sind erst ein mal fies nass geworden.

eine sache, die hingegen wirklich verstörend ist: es wird nicht dunkel. nie. never. die sonne geht zwar angeblich unter, polartag soll es nur nördlich des polarkreises geben. aber dennoch bleibt es stets hell. vorgestern bin ich um 23:12 ins bett – hell. in der nacht um 2:23 aufgewacht: hell. wirklich schraeg. komischerweise habe ich damit nicht gerechnet.

nina hat sogar eine taschenlampe dabei.

ps: jetzt neu: erfolgreicher durchbruch gestern beim bierchen hier aufm campingplatz. ich konnte meinen kumpel von der kaupthing (oder kaup√æing auf isl√¶ndisch :) ) ueberzeugen, die kohle wieder rauszuruecken. dann muessen die inselbewohner wohl einige ihrer dicken ford f-350 wieder abgeben…


musik: omc | how bizarre

wie ich euch ja schon vor einiger zeit geschrieben habe, bin ich nach bielefeld umgezogen. jaja und jeder kennt sie, die witze über die bielefeld verschwörung, daher wiederhole ich die hier nicht. könnt ja selber nachgoogeln. bielefeld gibt es jedenfalls, das höre ich jedenfalls immer, wenn ich mal da bin. wie sich nämlich herausgestellt hat, wohne ich direkt gegenüber der lokalen alkoholiker-sammelstelle. unter mir ist eine döner bude, etliche weitere davon in den nachbarhäusern. nebenan ist ein kleiner spätkauf, der zwar asia laden sein möchte, aber eigentlich von den alkis lebt.

ich bin euch aber noch ein paar bilder aus meiner neuen behausung schuldig. mittlerweile ist die bude nämlich fast fertig eingerichtet, nur artwork fehlt noch an den wänden. aber daran wird gearbeitet – zunächst herrscht noch uneinigkeit über die stilrichtung…

hier also ein paar impressionen aus bielefeld. mehr bilder findet ihr hier.

badbeleuchtung retro playground food court grand central

ps: bei der üblichen musikrecherche zu diesem eintrag bin ich über ein großartiges lied gestolpert, das ich an dieser stelle besonders erwähnen möchte. die band heißt jimi berlin – ein name, mit dem sie auf jedenfalls bei mir gewonnen haben. da die jungen herren nun auch noch einen song mit dem tollen titel “bielefeld” und der noch besseren textzeile “ich wusste gar nicht, dass es so interessant sein kann – in bielefeld” gemacht haben, musste ich mir den titel gleich runterladen. ihr könnt euch die herrschaften ja mal anhören, dann lernt ihr, wie interessant bielefeld sein kann – wo man doch sonst nur durchfährt :)


musik: jimi berlin | bielefeld

ich bin einer verschwörung auf der spur. bundesweit, wenn nicht sogar weltweit, aber das kann ich im moment noch nicht belegen. angefangen hat alles ende mai, als in einigen teilen deutschlands red bull cola verboten wurde. wegen angeblich darin enthaltenem kokain. das war am 22. mai in hessen und bei mir im schönen nrw. wenig später folgten weitere verbote des braunen muntermachers in baden-württemberg, thüringen (jaja, das grüner herz deutschlands, nicht das braune!) und rheinland-pfalz.

ich selbst habe red bull cola nie getrunken, sondern immer nur wahrgenommen, dass es sowas jetzt gibt. mir hat bislang normale coca cola und red bull gereicht. wahlweise auch gern mit wodka oder rum.

dann, am vergangenen dienstag war es soweit: die fiese fratze der verschwörung grinste mir in gestalt einer subway-mitarbeiterin am autohof gramschatzer wald (übrigens der einzige subway auf dem weg nach münchen!) frech ins gesicht und sagte: “cola haben wir leider nicht mehr. nur noch wasser und lift. “lift also, soso. weil ich etwas mit geschmack trinken wollte, entschied ich mich für pest statt für cholera. soetwas schreckliches habe ich ja noch nie getrunken!

ich habe in meiner naivität an einen einmaligen ausrutscher der getränkelogistik gehofft. doch am donnerstag war dann alles klar. statt cola bekam ich orangensaft zu meinem lang verdienten big king xxl menü. na wenigstens kein lift…

angeblich war diesmal der automat “gerade in dem moment, vor fünf minuten” kaputtgegangen. aber freunde, nicht mit mir. mich kann die niemand hinters licht führen! coca cola geht es schlecht, red bull steht vor dem ruin, onkel dittmeyer ist gestorben und deutsches wasser ist auch nicht mehr das, was es einmal war.

ich fordere die rettung aller cola-automaten durch milliardenbürgschaften des bundes!


musik: robbie williams | coke and tears