nina und ich waren heute in bad driburg. das ist ein kleinerer ort in der nähe von paderborn, den ich aus den taebüchern und der autobiografie von victor klemperer kenne. er war vor etwa 90 jahren, als soldat im ersten weltkrieg, dort einige zeit zur kur. in den folgenden jahren war er noch öfter mit seiner frau dort und hat stets von dem ort und der ruhe dort geschwärmt. in den vergangenen 3 jahren bin ich auf dem weg nach münchen immer an bad driburg vorbeigefahren und habe mir stets vorgenommen, diesen ort einmal zu besuchen.
heute also war es soweit. vielleicht hätte ich die biografie noch einmal lesen sollen. jedenfalls war es nicht so beeindruckend wie beschrieben. ein netter kleiner kurort mit einem großen kurpark und einem wildgehege. sicherlich sieht es im sommer auch noch viel schöner aus, wenn alles grün ist und nicht so schrecklich grau wie derzeit.
nach einer längeren wanderung durch eben jenen park landeten wir am ende im café heyse und mit uns gefühlte 2 millionen lebensjahre, versammelt an nur 20 tischen. kuchen: lecker, publikum: scheintot; dazwischen wir. ich denke, wir haben das durchschnittsalter auf einen zweistelligen wert gesenkt. aber vom freudig zur musik klatschenden publikum, das blöde gaffend den springbrunnen bestaunte, abgesehen, war unser highlight der chef vons janze: plötzlich wurde nämlich das licht gedimmt und eine vorstellung “wie wir hier kuchen machen” gegeben. als video auf der leinwand. und chef erzählte munter.
wir haben uns kaum getraut aufzustehen und zu gehen, obwohl wir fertig waren. und das sicher zu recht. denn als es in einer anderen ecke etwas unruhiger wurde, weil sich die gäste miteinander unterhielten, wurden die störenfriede mit dem satz “sie können auch gerne zuhören!” zurechtgewiesen. insgesamt eine ziemlich schräge verantstaltung. ich hoffe, wir werden nicht auch so – oder schunkeln wenigstens zu den fanta vier…
musik: die fantastischen vier | spießer