ich bin absolut kein globalisierungsgegner. nein, ich bin froh, dass die welt gefühlt kleiner wird und man auch diesseits des atlantik mitbekommt, was auf der anderen seite der welt schönes passiert. das beschert uns zwar auch hin und wieder mal ne finanzkrise, aber eben auch viele gute dinge, wie den ipod oder den big mac.
was ich aber gar nicht mag, ist, wenn ohne jeden sinn und verstand dinge einfach aus anderen ländern übernommen werden, die für uns einfach nicht passen. dazu zählt irgendwie auch sprache, oder botschaften, die damit übermittelt werden sollen. subtile oder humoristische sachen so zu übersetzen, dass der ursprüngliche gedanke nicht verfälscht wird ist eine wahre kunst, die oftmals gar nicht geht. da merkt man aber meistens erst, wenn man sich filme auch mal im original ansieht.
negativbeispiel schlecht gemachter übersetzungen sind von jeher die billig synchronisierten werbesendungen, in denen meist ein paul ein tolles neues küchengerät anpreist, das so unendlich toll ist, dass mary es gar nicht glauben kann. nun, dieses genre hat man aufgrund seiner skurrilität irgendwie lieb gewonnen und außerdem schaut man sich fünftklassige sender eh nie an.
etwas verwundert war ich aber, als ich gestern im fernsehen eine werbung von acer gesehen habe. ja, acer, die notebook bude und ja, ein ganz normaler sender, der bei den meisten leuten eine einstellige nummer auf der fernbedienung haben sollte. das verwunderliche an der werbung war, dass die so schlecht gemacht war, dass ich sie zunächst für eine veralberung gehalten habe. darin reden zwei frauen unglaublich affektiert und übertrieben über irgendwas und nennen es “one”. erst nach einigem drübernachdenken ist es mir klargeworden: durch die extreme mimik der darstellerinnen ist der englische originaltext – der 1:1 übersetzt wurde (bis auf das wort “one”) – erkennbar. und auf englisch ergibt die unterhaltung tatsächlich einen sinn: mit “one” bezeichnet man nämlich auch einfach “einen” – also jemanden, einen typen. der spot bewirbt das neue notebook von acer – mit dem namen “one”.
der satz “also dieser one ist ein schneller” auf englisch heißt “this one is a fast one” und würde aus dem kontext der unterhaltung eigentlich mit “dieser jemand/typ/kerl/mann ist ein schneller” treffender übersetzt werden. doof nur, dass die werbung auf die doppeldeutigkeit von one [jemand] und one [acer notebook] abzielt. und genau das kann man so einfach nicht machen. schon allein durch den armseligen versuch macht sich die ganze werbung lächerlich.
mal ehrlich: die werbung ist wenig aufwändig – wieso wurde nicht einfach ein neuer, passender spot produziert? dann wäre uns diese hässliche form der globalisierenden gleichmacherei erspart geblieben.
musik: johnny cash | one

