als ich heute mit einem guten alten freund telefonierte, habe ich etwas sehr trauriges erfahren. drei klicks später dann die traurige gewissheit: am 11. april ist der lehrer meines mathe leistungskurses, stephan lange, plötzlich und unerwartet verstorben. offensichtlich an einer hirnblutung. letztlich ist die todesursache jedoch unerheblich, allein was zählt ist, dass der mensch fehlt.
herr lange – nach dem sogar ein kaktus in meiner wohnung benannt ist – war wohl einer der angenehmsten lehrer, die ich je hatte. ich erinnere mich, als wäre es erst gestern gewesen, wie ich ihn das erste mal bei der aufnahmeprüfung zur mathematischen schülergesellschaft gesehen habe – das muss wohl in der 6. klasse, also 1994, gewesen sein. später sah ich ihn an meinem gymnasium, und schließlich im leistungskurs wieder. er hat es geschafft, mit einer ordentlichen portion humor und selbsironie, uns den spaß an der mathematik beizubringen (oder wenigstens nicht zu verderben).
der höhepunkt für mich war die schriftliche abiturprüfung. auf jedem tisch des kleines kurses lag ein holzkästchen mit der auschrift “experimentierset geradenscharen”. darin befand sich ein mikadospiel. mathematikerhumor vom feinsten. am besten war jedoch, dass eine mitschülerin den kasten am ende auf seinen tisch stellte und sagte “danke, aber den habe ich nicht benötigt.”
zu jedem geburtstag im kurs verschenkte er einen kleinen kaktus, einen davon habe ich immernoch. und der heißt, wie oben bereits erwähnt, “herr lange”. aber nicht nur wegen der pflanze werde ich diesen wirklich tollen lehrer immer in erinnerung behalten.
musik: foo fighters | requiem
