um eine gebürtige ostwestfälin zu zitieren, bedeutet sommer in gütersloh: der regen wird wärmer. dass er aber auch für einige stunden komplett aufhören kann und es hier hin und wieder einen blauen himmel gibt, konnte ich an diesem langen schönen wochenende erfahren.

am ersten mai haben wir im garten von ninas eltern wieder gegrillt. ursprünglich war auch mal eine radtour anvisiert, aber irgendwie kam es dann doch nicht dazu, sondern wir sind wieder in der üblichen runde am grill gelandet. da ich ansonsten an den wochenenden eher vegetarisch lebe (was wirklich nichts mit vegetieren zu tun hat!), habe ich mich über gefühlte 3 kilo fleisch in form von drei würstchen (eins davon mit speck umwickelt! :) ), einem spieß und zwei steaks hergemacht. zum ausgleich gab’s dann gestern und heute vegetarischen kebab (im wesentlichen gebratener gemüsematsch) mit couscous. nunja. leider gab es ein kurzes feuchtes intermezzo, der regen meldete sich zurück, aber wir haben uns die stimmung nicht verderben lassen, sondern hatten trotzdem einen tollen 1. mai.

nachdem ich den halben samstag mit putzen verbracht habe, kann ich nun endlich meinen balkon auch wider nutzen. noch immer gammelten mehrere leere bierkästen von meiner russendisko im januar herum, wildes moos tummelte sich auf den fliesen und von dem weiß der balkonbrüstung war höchstens eine ahnung übrig.

besser war nur der sonntag: eine kleine fahrradtour führte nina und mich am alten gütersloher wapelbad vorbei bis nach rheda. eigentlich ein bisschen traurig, aber ich habe wirklich kaum eine ahnung, was es für schöne ecken hier in gütersloh gibt: das wapelbad beispielsweise ist eigentlich ein kleines freibad aus den 20er jahren, das im vergangenen jahr wiedereröffnet wurde. leider kann man nicht mehr in der wapel (einem ziemlich kleinen bächlein) baden, aber dafür gibt es dank aufgeschüttetem feinem sand echtes sommerfeeling √† la café del mar. wenn die sonne scheint und man im liegestuhl entspannt, könnte man glatt meinen, am strand von ibiza zu liegen. wer mich sucht, findet mich auf jeden fall dort … :)

hier ein paar impressionen des wochenendes:


musik: quincy jones | summer in the city

nachtrag. am vergangenen wochenende waren nina und ich einmal mehr in einer kunstausstellung. diesmal war die kunstsammlung nrw im k20 dran. zum einen, weil wir uns beide für moderne kunst interessieren und zum anderen, weil das k20 wegen umfassender sanierungsarbeiten nun bis herbst 2009 geschlossen ist und aus diesem grund seine türen für eine woche kostenfrei geöffnet hat.

gerade wenn man moderne kunst liebt, ist düsseldorf (und auch köln) ein absolutes muss. dank der kunstakademie gibt es in dieser gegend eine sehr lebhafte künstlergemeinde. insgesamt habe ich den eindruck, dass die kunst an sich auch eine größere rolle im öffentlichen leben spielt, was natürlich insbesondere für die künstler aus nrw gilt.

und hier beginnt auch eigentlich das dilemma. das führt nämlich dazu, dass neben den werken von pollock, rotko und warhol insbesondere auch die heimischen künstler reichlich vertreten sind. insgesamt ergibt sich daraus ein eigenwillig gleichförmiger mischmasch der modernen kunst, der sich durch die verschiedenen kunstsammlungen in nrw (und das ist weit mehr als nur die kunstsammlung nrw!) zieht. gerhard richter, sigmar polke, andreas gursky, blinky palermo. und josef beuys.

und gerade am vergangenen wochenende ist uns aufgefallen und deutlich geworden, was daran eigentlich so nervt. der ewig gleiche beuys aus filz, fett und zink. moderne kunst, auch merkwürdigste monumentalinstallationen sind prima, aber an beuys komme ich (sorry, kommen wir) einfach nicht ran. wahrscheinlich ist es eben dieses eine thema, das sich durch sein werk zieht, mit dem ich mich nicht anfreunden kann.

wieso nervt richter nicht so? ich glaube nicht, dass das etwas mit den werkstoffen an sich, sondern eher mit der vielfältigkeit des schaffens zu tun hat. es ist erstaunlich, mit welcher leichtigkeit richter zwischen fotorealistischen malereien, abstrakten installationen und bildern hin und her wechseln kann. anders als künstler wie mondrian oder picasso, deren werk sich über die zeit kontinuierlich verändert und das sich in verschiedene perioden einteilen lässt, greift richter immer wieder zu den unterschiedlichsten ausdrucksformen. und genau das macht ihn meines erachtens so interessant.

da sich aber schlecht über kunst schreiben und noch schlechter kunst “erlesen” lässt, kann ich nur jedem empfehlen, sich einmal mit richter zu beschäftigen. nagut, und mit beuys meinetwegen auch, das lässt sich auch kaum vermeiden.


musik: atom heart | beuys beuys beuys