seit gestern abend sind wir in kanchanaburi. aber immer schön der reihe nach.
am vergangenen sonntag haben wir uns auf eine dreitägige tour durch den dschungel bei chiang mai gemacht. pünktlich wurden wir morgens abgeholt (das finde ich hier beinahe am erstaunlichsten: die thais sind immer sehr pünktlich, anders als inder…) und haben dann noch 9 weitere freizeitpfadfinder aufgesammelt: ein pärchen aus südafrika, eines aus deutschland/england, eins aus frankreich und eine dreiköpfige familie aus dänemark.
nachdem wir komplett waren, ging’s etwa eine stunde auf der ladefläche eines pick-ups (mit sitzbänken und dach, keine angst!) einen highway entlang nach norden bis zu einem markt. erste rast, wasser. dann noch eine stunde weiter, zweite rast, mittagessen, anschliessend “verkaufsshow” einheimischer frauen, die schlecht gearbeitete armreifen, holzfrösche und täschchen an den mann bringen wollten. der dänische vater zeigte sich alles andere als interessiert, hat sich dann aber doch nach harten verhandlungen zu einem armreifen und einer zwille durchringen können.
anschliessend noch einmal weiter im auto, aber nur kurz, dann ging es wirklich ans wandern. zuerst ein spaziergang, entlang eines asphaltierten weges. ich habe schon befürchtet, die einzige spannung bestünde an diesem trip darin, nicht vor hitze und durst einzugehen. aber dann bogen wir ab auf einen kleinen trampelpfad, der es in sich hatte: wir wanderten bestimmt eine stunde ziemlich steil bergan, durch einen bizarren wald, der teilweise wirklich von feuer verbrannt war (aber komischerweise nur auf einer seite und auch nicht vollständig, sehr eigentümlich) und andererseits einfach entlaubt erschien, wie ein deutscher wald im herbst. der weg war eine einzige tortur, es war unglaublich heiss und mein t-shirt war so durchgeschwitzt wie nie. die dritte stunde unserer wanderung ging eher bergab, was aber auch nicht unbedingt einfacher ist.
schliesslich erreichten wir erschöpft das dorf des lahu-stammes, toll gelegen direkt an einem kleinen fluss. den haben wir auch gleich erstmal zum baden genutzt, denn duschen gab es eigentlich nicht, und wenn doch, dann wollten wir sie lieber nicht benutzen 
geschlafen haben wir alle zusammen in einer bambushütte und geweckt wurden wir am montag morgen ab 4 von einem konzert mehrerer hähne, die sich alle ganz toll fanden. leider ist die zwille des dänen bereits beim probeschuss kaputtgegangen, so waren wir dem gekrähe hilflos ausgeliefert. etwa eiune stunde nach dem frühstück, nachdem wir uns von den dänen und dem deutsch/englischen pärchen verabschiedet hatten (sie hatten nur die 2-tages-tour gebucht) ging es weiter zu fuss durch den dschungel bis wir nach zwei stunden ein elefantencamp erreichten. wieder am fluss gelegen und bis zum mittag genug zeit zum baden. nach dem essen sind wir eine stunde auf den elefanten durch den wald geritten und obwohl ich das schon mal gemacht habe, fand ich es wieder super, sich von diesen tollen grossen tieren (diesmal nur zu zweit pro elefant) gemütlich tragen zu lassen. nachmittags sind wir noch zu einem anderen dorf gewandert (und wieder zurück zum elefantencamp) – ein dorf des karen-stammes.
für unterhaltung am abend sorgte eine gruppe junger englischer krankenschwestern, die sämtliche klischees brav erfüllten: gnadenlos gaben sie sich albernen trinkspielchen mit ihrem guide hin und tranken ein bier nach dem anderen, redeten unglaublich laut und feierten ziemlich lange.
morgens ging es nach dem frühstuck weiter auf einem bambusfloss den fluss hinab, wieder an dem lahu-dorf der ersten nacht vorbei. es ist wirklich interessant, was bambus alles kann: 7 menschen auf gerade einmal 15 armdicken bambusstangen sind kein problem. der fluss war teilweise nur eine haaresbreite tief genug für unser floss. nun wurde es mir dann auch klar: gerade jetzt ist das ende der trockenzeit, darum ist der fluss etwa einen meter flacher als im herbst und der wald ist natürlich nach mehreren monaten ohne wasser auch komplett trocken und die vegetation sieht nicht mehr so idyllisch grün aus. aber was optisch doof ist, weil grau und herbstlich, ist vielleicht doch ein vorteil: es gab kaum mücken, was sicherlich im herbst am ende der regenzeit anders ist.
die fahrt auf dem floss war spannend: an einigen stellen war das wasser dann doch so schnell, dass es schwer war, das gleichgewicht zu halten (wir mussten alle stehen!). aber wir haben es gut undd trocken bis zum ende geschafft. auf dem rückweg haben wir noch einen fast ausgetrockneten wasserfall besucht und eine “fabrik”, in der papier aus elefantendung hergestellt wird. es gibt also wirklich leute, die quasi aus scheisse bonbon machen…
abends waren wir wieder in chiang mai, haben dort nur übernachtet, um am nächsten morgen (also gestern) mit dem bus nach kanchanaburi aufzubrechen. leider ging die fahrt nur über bangkok und dort mussten wir noch per taxi von einem zum anderen busbahnhof fahren. aber letztlich hat die reise gut und ohne probleme geklappt, was mich mal wieder erstaunt und darin bestätigt, dass thailand wirklich ein toll einfaches reiseland ist. uns wurde super von einem mitreisenden einheimischen geholfen, als wir hilflos und hungrig an einer raststätte vor dem essen standen.
nun sind wir also hier in der stadt der “brücke am kwai” und haben eben jene heute besucht. ein winzig erscheinendes brückchen, das wohl im wesentlichen durch den gleichnamigen film lebt. noch besser aber als die brücke ist ein entsprechendes museum am anderen ende der stadt, das nicht einfach plump figuren von hitler, einstein und hirohito zeigt, sondern super und verständlich auf den bahnbau der japaner in thailand eingeht. eine absolute empfehlung!
soweit erstmal von uns – morgen geht es weiter per bahn nach ko tao – schnorcheln, gammeln und rumliegen. ich hoffe, ich kann dort meine reine t-shirt-bräune noch in einen gleichmässigen farbton verwandeln