jaja, von wegen alles neu. nicht alles, aber wenigstens ein wenig: endlich bin ich dazu gekommen, neue bilder ins edyll zu kippen. diesmal mit dabei: johanna, meine kleine neue nichte [endlich -- ich hab's ja schon vor langem versprochen], bilder von einem nächtlich fototrip quer durch berlin mit teeo und zu guter letzt auch bilder von unserem ausflug nach werder zum baumblütenfest mit anni, katrin und jens.

ja und sonst so? ich habe unterdessen einen döner bekommen; so schlimm ist es in berlin nun also doch nicht. am freitag abend war ich auf einer überraschenden feier: eigentlich wollten anni und ich zu einer drum & base party ins watergate. doch dort angekommen, stellte sich heraus, dass dort bollywood musik läuft. nach kurzem zögern also rein ins vergnügen und auf geht’s belly dancer! :)
fazit: gezielt wären wir wohl nie dort hingegangen, aber wieso eigentlich? es war fantastisch; sehr angenehme atmosphäre, interessante musik und nette menschen. also: indien, ich komme! :)


musik: ard - weltspiegel
stimmung: sehr gut
wetter: schön sonnig

liebe feunde der integrationsgastronomie,
ich bin schockiert. bis heute war berlin für mich alles: hauptstadt, heimat, dönerparadies. doch nichts ist, wie es war. gerade eben komme ich aus dem scheinbar provinziellen gütersloh, gestählt von leidvollen erfahrungen der abstinenz orientalischer küche in wolfsburg nach berlin, werde von meiner lieben mamma abgeholt mit der aussicht auf einen leckeren döner und was muss ich erleben? unsere, meine dönerbude, an der noch immer die gleichen zwielichtigen gestalten ihr bier trinken wie vor fünf jahren, existiert nicht mehr. ohne vorwarnung durch geschulte teeologen oder gar meine mutter musste ich ein bild der verwüstung erblicken.

doch obwohl das zwar schon schlimm ist, kommt es noch schlimmer: in die dönerdiaspora gezwungen, wollte ich an der neuen bude – burhan oder so ähnlich [orange farbene preisschilder!] das geliebte gericht kaufen. ‘nur chickendönna, kein fleisch mehr!’ fauchte bürhün [o.ä.] mir entgegen, doch auch von einem sich drehenden vogelgrippespieß nichts zu sehen, wahrscheinlich meinte er damit nur zusammengefegte taube im brot mit salat – wer weiß.

ich bin also zu einer ganz neuen bude [mit gelber beleuchtung], gegenüber dem bahnhof gegangen – der mutmaßliche nachfolger des ursprünglichen, des reinen fr’ost döners. der fleisch-check: OK. aber dann der schock: ‘isch habe leida kein gas mehr, fleisch is kalt, kann isch nisch machen; nur noch schnitzel’ — schitzeldöner – wie abartig. so weit geht mein verständnis von integration dann doch nicht.

nu sitze ich hier, mentale tränen in den augen mit gesteigerter dönerverlustangst. ich brauche therapie. und etwas zu essen. der abend wird lang.


musik: stille
stimmung: hungrig, verwirrt und gefrustet
wetter: dunkel und mild

mein engländer ist ausgezogen.

in der letzten woche war es soweit: ich erinnere mich dunkel daran, dass phil [so sein name] mir das mal vor ewigkeiten gesagt hat: er geht wieder in den irak und darum ist er weg. versiegt ist meine wodkaquelle, versiegt ist auch mein quell der lebensfreude: nie werde ich erfahren, ob phil krankhafter nudist, dauerduscher, handtuchtester oder verkappter außerirdischer von betelgeuze ist oder war. vielleicht jedoch ist er auch gar nicht im irak, sondern hat nur schnell seinen daumen in die luft gehalten. naja, ich weiß es nicht.

aber neue fragen stellen sich mir in den weg – jeden tag aufs neue. im moment interessiert mich vor allem, wie es dazu kommt, dass in einfachen imbissbuden meistens merkwürdige oder gar fragwürdige dekoration rumliegt/~steht/~hängt.

ein beispiel: die maneki neko [siehe link]. das ist _die_ winkekatze und das typische dekorationsobjekt billiger asialäden schlechthin. seltsam nur, dass maneki neko ein japanisches glücksbringerding ist; mnerkwürdig, wenn’s bei einem thai-imbiss rumsteht und freudig winkt – wahlweise mit links oder rechts. naja, für uns europäer sind eben alle asiaten gleich… oder?

ein aufschrei! nein, ich darf so etwas schreiben, denn schließlich beruht diese ethnozentrische- [oder - neues wort! - ethnoistische?!] oberflächliche wahrnehmung auf gegenseitigkeit: mein chinesischer kollege liang hat mir neulich verraten, dass er anfangs probleme hatte, europäer auseinander zu halten, weil auch wir oberflächlich ziemlich generisch aussehen. generic caucasian, sozusagen.

um auf das phänomen ‘ethnokitsch’ zurück zu kommen: ich kann das mit der katze ja grob verstehen. unklar allerdings ist mir, wie es eine uhr mit dem konterfei von bob marley in den griechischen imbiss “zeus” bei mir in gütersloh geschafft hat… diesen zusammenhang muss mir der geneigte grieche erst mal plausibel machen. und die argumentation, bob käme auch von einer insel, zählt bei mir nicht. so.


musik: seeed - ding
stimmung: leichte kopfschmerzen und der geschmack von knoblauch
wetter: unbeständig