Jan 30th, 2006 von elmo | keine kommentare »
vor einigen tagen hat mich eine gute freundin gefragt: “welche Leute triffst du auf der Strasse – wer wohnt eigentlich bei dir mit im Haus? schon Kontakte geknüpft?” und voreilig habe ich ihr geantwortet, dass ich ja nur drei nachbarn habe – einen englischen soldaten, der bald in den irak geht und mir zu weihnachten literweise wodka schenkt, einen griechen, bei dem ich mir einbilde, er hätte verbindungen zum nahegelegenen zeus-grill und die krautstrungs, die nett sind, aber einen komischen namen haben.
auf der straße treffe ich niemanden. dachte ich.
die welt war in ordnung, so wie sie eben war. bis vor vier tagen: erst erwischte ich “meinen engländer”, wie er, als ich die treppe nach einer beschwerlichen und kalten fahrradfahrt von der arbeit nach oben schlich, nur mit einem handtuch bekleidet an mir vorbeihuschte – in der einen hand das handtuch festhaltend, in der anderen einen müllbeutel. ich frage mich wirklich, wieso er a) im handtuch und ansonsten nackt den müll runterbringt und b) was sich zeitkritisches in der tüte befand, das keinen aufschub erlaubte. nunja – inselaffen.
ich habe mich damit abgefunden, eine art exhibitionisten als nachbarn zu haben – das erste mal, als ich bei ihm klingelte um mich als der neue nette nachbar vorzustellen, war’s ja quasi meine schuld: ich erwischte ihn wohl unter der dusche, doch er ließ sich nicht davon abhalten, trotzdem die tür zu öffnen und mich mit handschlag [die andere hielt - du ahnst es: das handtuch] zu begrüßen. doch diese zweite handtuchattacke rüttelt miich wach: wer/was wohnt da neben mir?
es gibt mehrere theorien:
1. der typ duscht sehr, sehr oft
2. phil [so sein name] ist allergisch auf bekleidung
3. es ist alles zufall.
42. er ist ein außerirdischer aus einer fernen galaxie, irgendwo bei bethelgeuze und wartet darauf, dass die vogonen unseren planeten für einen intergalaktischen highway plattmachen, damit er wieder durch die galaxis reisen kann und er will einfach immer nur wissen, wo sein handtuch ist.
ich gebe zu, dass die dritte möglichkeit ziemlich weit hergeholt ist. ich werde “phil” jedenfalls weiter streng beobachten…
ich habe allerdings am sonnabend noch eine andere absonderlichkeit erlebt, die sich auf die eingang erwähnte frage bezieht: beim weg in die kaufhalle [für die wessis:kaufhalle = supermarkt - ihr müsst zugeben, das wort kaufhalle ist wertungsfrei und damit im sinne objektiver berichterstattung vorzuziehen] lief die ganze zeit vor mir ein junger mann _mit kurzen hosen_ im ernst: ich habe mich angestrengt, auf dem kurzen stück über die straße nicht an der verkehrsinsel festzufrieren und da geht jemand einfach so mit kurzen hosen und einem kapuzenpulli durch die landschaft … manman, dinge gibt’s …
ich hoffe, dass sich jeder nun ein bild von meiner nachbarschaft machen kann … und ich gelobe, keine vorschnellen, langeweile vorgaukelnden urteile mehr zu bilden
musik: nightmares on wax - interlude
stimmung: geschafft
wetter: wieder etwas milder und freundlich
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Jan 29th, 2006 von elmo | keine kommentare »
nunja – ich habe mich erholt vom schrecken der letzten nacht und meinen unmut darüber in produktivität umgewandelt: nicht nur, dass ich endlich mal wieder aufgeräumt habe, nein – mein tatendrang kennt keine grenzen: die wäsche ist gewaschen und gleich mache ich mich daran, das erste mal in meinem leben selbst buletten zu braten. ich bin dich ein richtiger berliner
aber noch viel besser – für euch gelangweilte edyll-leser – ist: ich hab es endlich geschafft, den schon seit einiger zeit existierendenden rss-feed besser zu machen: nun ist er im korrekten format und funktioniert. darum auch nun der entsprechende link [auf der hauptseite] und keine datumsprobleme mehr im rss-reader.
dann wünsch’ ich euch viel spaß beim abonnieren des feeds — wir lesen uns
musik: ausnahmsweise: keine
stimmung: aufgeheitert>
wetter: dunkel
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Jan 29th, 2006 von elmo | keine kommentare »
gestern abend war ich – ich habe mich schon seit einigen tagen darauf gefreut – hier in gütersloh auf einer house party. die homepage versprach einen netten abend mit lauter, elektronischer musik und vielen menschen; mit diesem gedanken im kopf machte ich mich kurz vor 24 uhr auf den weg in den relax club – einem puff hier mitten in gütersloh, gar nicht weit weg von mir. denn das besondere an der fete war vor allem, so versprach es der veranstalter, die location: passender als eine bumsbude geht wohl nicht für ein event, das sich “freuden-house” nennt. also jut.
durchfroren angekommen, brauchte – nein! konnte! – ich meine jacke nicht ausziehen: es gab keine garderobenplätze mehr. nungut, also draußen ans fahrrad gekettet, sonst ist ja doof. neun euro [in worten: neun] eintritt bezahlt und los gehts — nachdem meine brille endlich nicht mehr beschlagen war, wurde mir das ausmaß der katastrofe bewusst: ich hätte stutzen müssen bei dem satz auf dem flyer, dass man _vor_ mitternacht kommen soll, sonst wäre es zu voll. welche anständige party ist denn bereits so früh so voll? hmm. als ich mir die mitfeiernden anschaue, wird’s mir klar: die party ist deshalb so krachend voll, weil a) die location ziemlich klein ist und b) die leute selbst auch: wahrscheinlich treffen sich dort all jene, die noch gar nicht mit dem auto woanders hin fahren dürfen …
irgendwann habe ich auch mitbekommen, wieso auf der vermeintlichen tanzfläche nur gedrängelt und wenig gezappelt wird: um zu den klos zu kommen, muss man einmal quer durch den kleinen raum, über die tanzfläche – einen anderen weg gibt es nicht… [mal ganz davon abgesehn, dass die hälfte der klos sowieso gesperrt waren]
was alles nicht gegen partyfrust hilft:
- beten zum housegott
- 3 beck’s
- augen zu machen
- an drei wochen all inclusive auf den seychellen denken
was wirklich hilft: nach einer knappen stunde im kindergedränge nach hause fahren.
den schlimmsten schreck allerdings, das muss ich zugeben, bekam ich erst an meinem fahrrad, als ich feststellte, dass das schloss nicht aufgeht – nur im hemd ist das bei gefühlten -50° schnell sehr beängstigend. aber nach ein bisschen fummeln konnte ich mir doch irgendwann meine jacke anziehen und nach hause radeln
musik: jimmy smith - summertime
wetter: sonnenschein und knackige kälte
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