nicht, dass ich was gegen demokratie hätte. ich bin auch nicht der meinung wie andere zeitgenossen, demokratie wäre nur etwas für schwache. im gegenteil. gerade die letzten monate haben eigentlich gezeigt, dass die demokratie, die sich die erfinder der brd vor mehr als 60 jahren ausgedacht haben, durchaus funktioniert. anders ist es mir nicht erklärbar, dass eine spasspartei wie Die PARTEI für jeden sichtbar ohne ernstzunehmendes konzept tausende mitglieder und potentielle wähler mobilisieren kann, dadurch das recht auf wahlwerbung erhält und martin sonneborn dennoch keine chance hat, etwas anderes zu erreichen, als das funktionieren unserer demokratie unter beweis zu stellen. und warum? weil der wähler eben doch nicht so dumm ist, wie ihn manche politiker gern hätten, nur um ihre machtgelüste zu befriedigen.

doch genug davon. ich mache bei diesem experiment trotzdem nicht mit. der grund ist einfach wie merkwürdig: ich habe keine wahlunterlagen erhalten. halt – diese aussage ist nicht ganz richtig: ich habe meine wahlunterlagen gestern, am 17. september 2005, erhalten. nunja, ich bin ein wenig selber schuld: habe ich doch die briefwahl-anforderung erst am vergangenen montag abgeschickt. dennoch: lars hat seine mit mir zusammen verschickt und bekam seine unterlagen am freitag. ich wurde hingegen von der deutschen post an der stimmabgabe gehindert, weil mein brief drei tage [in zahlen: 3] von berlin nach mannheim gebraucht hat. laut poststempel wurde er nämlich am 14. abgeschickt. tja. welche macht doch herr zumwinkel hat…

ich erwäge trotzdem nicht, eine verfassungsbeschwerde einzulegen und das merkel am regieren zu hindern. soll sie doch sehen, wie sie mit dem merz zusammen den karren um den kirchhof zerrt… ich hoffe zwar, dass mein genosse aus hannover noch eine chance erhält, aber glauben tu’ ich an gar nichts mehr. ich bin gespannt…


musik: love makes u crazy - savas pascalidis
stimmung: sehr gut
wetter: immernoch: strahlend blauer himmel und schweinekalt
cm4

es ist keine neue weltformel, speziell entwickelt fürs einsteinjahr. cm4 wird ab dem 1. oktober mein neuer arbeitgeber und gütersloh meine heimat sein. vor fast zwei wochen hatte ich dort ein vorstellungsgespräch und war überraschend erfolgreich: im anschluss an das gespräch bekam ich den vertrag mit nach hause – so konnte ich dann beruhigt bei ibm in münchen absagen.

doch was macht cm4 eigentlich? und was werde ich dort machen? ersteres lässt sich noch relativ einfach beantworten: cm4 ist eine tochtergesellschaft der syskoplan ag, hat knapp 30 mitarbeiter und ist spezialisiert auf customer relationship management lösungen für den versandhandel. ein wichtiger kunde ist der bertelsmann buchclub. außerdem bietet cm4 lösungen für die druck- und verpackungsindustrie an.
die zweite frage lässt sich schon nicht mehr ganz so einfach beantworten… ich bin dann eben dafür verantwortlich, dass die lösungen von cm4 auf spezielle kundenbedürfnisse zugeschnitten und angepasst werden. also programmieren. und entwerfen. und so weiter. und so fort. ich denke und hoffe, dass ein großteil der arbeit in projekten bei/mit kunden stattfindet. ich werde also bestimmt viel unterwegs sein. da freu ich mich drauf, weil ich so deutschland [und europa] noch besser kennenlerne :)

den job im support-team bei ibm in münchen habe ich, wie schon erwähnt, abgesagt. da bni ich ganz froh drüber, denn ein 12-monats-zeitvertrag ist wirklich nicht das, womit ich meine berufliche karriere beginnen möchte. klaus hat’s auch ganz gut aufgefasst: er meinte, er würde sich in meiner situation wohl ähnlich entscheiden und kann meine beweggründe nachvollziehen.
unterdessen ist auch mein ärger über den neuesten streich des mainzer ausbildungsleiters abgeklungen: in seiner letzten mail stand doch tatsächlich der satz “Sie haben bestimmt in den letzten 3 Jahren erfahren, dass bei IBM und den Töchtern für die Karriere alle Türen offen stehen, insbesondere auch für BAler.” als ich das gelesen habe, war ich unsicher, ob er mich verarschen möchte. denn gerade in den letzten monaten habe ich genau das gegenteil erfahren; stimmte seine aussage, würde der titel dieses eintrags “IBM” lauten… aber was solls: mir kanns zum glück auch egal sein – ich bin raus. außerdem hat er vielleicht auch ein kleinwenig recht: denn es sind wirklich nicht die deutschen ibm-manager, die uns die übernahmesituation vermiesen, sondern wohl eher die globale strategie und die tatsache, dass auch ein deutscher geschäftsführer nur eine marionette von sam’s gnaden ist. die frage ist nur, ob ibm mit dieser strategie wirklich langfristig punkten kann. von wegen “all business is local”…

nun sitze ich also hier in mannheim und packe gedanklich meine koffer. der umzug gestaltet sich in meinem kopf und nimmt langsam form an. doch dazu ein andermal mehr. zuerst muss ich noch weiterlernen: in weniger als 2 wochen ist schließlich meine letzte prüfung…


musik: air - modular mix
stimmung: erleichtert und lerngeplagt
wetter: blauer himmel