Jul 20th, 2004 von elmo | keine kommentare »
neues von der maus: wir haben nun insgesamt vier mäuse eingefangen, zwei größere und zwei kleinere. leider sind wir einfach zu faul, um die fallen neu zu “beködern”, also kann es auch gut sein, dass wir noch mehr mäuse haben. aber die kekse, die wir offen herumstehen lassen, wurden nicht mehr angefressen und lars hat auch seit einiger zeit nachts kein rascheln in der wand mehr gehört. also gehen wir davon aus, dass wir alle mäuse bekommen haben. fnu ist tot.
am vergangenen wochenende waren wir in st louis, einer mittelgroßen stadt am anderen ende von missouri. das hieß für uns, dass wir den bundestaat einmal nach osten durchqueren mussten. zum näheren verständis: wir leben zwar im bundesstaat kansas (“the sunflower state”), aber missouri (“the show-me state” – was auch immer das heißen soll) ist nur einige wenig kilometer entfernt und so merkwürdig das ist, aber der großteil von kansas city ist in missouri.
shawnee ist also in der “oberen rechten ecke” von kansas und wir sind am sonnabend sehr früh aufgebrochen, um nach st louis zu kommen. ie stadt ist ganz nett, aber um ehrlich zu sein auch nichts besonderes: das einzige, was st louis auszeichnet ist ein riesiges monument in parabelform, das auf den beiden schenkeln steht. fast 200 meter hoch, kann man im inneren in winzigkleinen kabinchen nach oben fahren und einen wunderschönen aber beengenden ausblick über den mississippi, der braun und schnell am fuß des bogens fließt, genießen. auf der anderen seite des mississippi ist schon der nächste bundesstaat: illinois. auch da waren wir, als wir über eine mächtige alte stahlbrücke gingen, auf der ein volksfest stattfand.
im besucherzentrum unter der “gateway arch” ist ein kino, in dem die geschichte des von Eero Saarinen geplanten monumentes gezeigt wird und ein museum, der die geschichte der besiedlung des westens der USA zeigt. denn das gebäude soll den “torbogen in den westen” symbolisieren. großen tamtam und die ewig gleiche, allseits existente selbstbeweihräucherung dieser “großen nation”, die nichts mehr fürchtet, als terroranschläge durch wildgewordene islamisten mit kernwaffenköfferchen, wie mir erst heute wieder eine mail von einem kollegen zeigte.
abends fand im rahmen des festes noch ein konzert der b52′s statt, das ziemlich cool war – ältere ausgeflippte menschen überall, die sich wohl nach ihrer jugend sehnen.
nachts sind wir nach hause zurückgefahren und waren um 3 wieder hier.
mal schauen, was dieser tag noch bringen wird…
musik: lali's gesumme
stimmung: sehr gut
wetter: ziemlich heiß, aber zum glück haben wir 'ne klimaanlage
geschrieben in edyll 1.0 | keine kommentare »
Jul 19th, 2004 von elmo | keine kommentare »
ich werde des wohl nicht schaffen, die vergangenen wochen in ein paar worten zusammenzufassen. und obwohl ich das weiß, versuche ich es trotzdem…
also den 3. juli haben lars un dich bei einem fußballspiel der kansas city wizards verbracht. “wir” haben gegen dallas burn gespielt – und haushoch gewonnen. erstaunt hat miuch daran vor allem, wie viele leute hier tatsächlich zum fußball gehen: 20.011 menschen haben das spiel gesehen. und als wir eine woche später nochmal waren, sind außer uns sogar mehr als 26.000 menschen im stadion gewesen. auch diesmal haben wir gewonnen.
und da sag nochmal einer, die amis wissen nicht, was soccer ist…
noch ein vorurteil wurde uns im büro aufgetischt: amerikaner halten deutsche anscheinend für völlig kulturlose menschen, weil sie tatsächlich glauben, dass alle in deutschland david hasselhoff fans sind. und uns wird noch immer nicht geglaubt, dass knight rider zwar obercool war, aber bestimmt niemand wegen hasselhoff baywatch gesehen hat. dafür gab’s nun wirklich schönere gründe
gelächter habe ich geerntet, als ich am ersten arbeitstag verkündet habe, dass wir glauben, jeder ami hat mindestens eine waffe und man muss nur mal eben zu schnell fahren, um erschossen zu werden. naja zugegeben, das mit dem erschiessen glaube ich selber nicht, aber dass scott keine waffe hat, hat mich schon verwundert. das besonders, nachdem vor drei tagen ein auto vor uns fuhr mit einem aufkleber “More guns, less crime” [Mehr Waffen, weniger Kriminalität]. That’s America.
was mich beeindruckt und gezeigt hat, wie klein die welt doch tatsächlich ist, war der ami, der uns gestern abend auf dem weg vom pool nach hause angesprochen hat. aus dem auto heraus fragte er, wo wir herkommen, er hat gemerkt, dass wir kein englisch reden. als ich antwortete, ich käme aus berlin, stieg er sogar aus und reichte mir die hand: er war 1987/1988 gastlektor an der hu und hat in lichtenberg, eitelstraße, unweit des intershop gewohnt. und auch bremerhaven kannte er: er hat von dort ein auto verschifft. im kommenden sommer, sagte er, kämer er wieder nach berlin – seine dissertation über moderne europäische geschichte schreiben und in seine stasiakte schauen.
die welt ist ein dorf.
ach ja, für alle, die sprachen lieben und lernen: mein vokabeltrainer ist endlich online. leider fehlern noch ein paar funktionen, aber funktionieren tut er soweit trotzdem
die adresse: votra.edyll.de
so long, liebe grüße nach europa
musik: richard groove holmes - fly jack
stimmung: leichte kopfschmerzen und müde
wetter: warm und trocken
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