Jul 31st, 2004 von elmo | keine kommentare »
gestern abend gingen wir in lawrence, einem nachbarort, abends auf der straße entlang, als wir von einer frau angesprochen wurden, ob wir bereits als wähler registriert seien.
es hat sich nämlich herausgestellt, dass man nicht wie in europa üblich, als wahlberechtigter eine wahlbenachrichtigung bekommt, nein, man muss sich registrieren. das kann man zum beispiel in supermärkten oder shoppingcentern machen.
“leider dürfen wir nicht wählen, wir sind aus deutschland”, antworteten wir der frau. “wir würden aber gerne wählen”, sagten wir außerdem noch scherzhaft. “ja, wir würden auch gerne, dass ihr wählt” meinte daraufhin die frau mit einem lächeln.
sie erklärte uns außerdem, dass jedes jahr ein austauschprogramm mit eutin, einem ort irgendwo an der nordseeküste, stattfindet, weil die orte schwesterstädte seien. ach ja, und wie schön es wäre, wenn amerikanische kinder genau wie deutsche schüler mindestens eine sprache lernen müssten…
ich war nach diesem kurzen gespräch doch beeindruckt, wie politisch viele menschen hier sind und wie offen gegen bush geredet und geworben wird, wenn sogar im schaufenster eines ladens die aufforderung, michael moore’s “Fahrenheit 9/11″ zu sehen, steht.
es bleibt also zu hoffen, dass sich im november tatsächlich etwas ändern wird…
musik: keine
stimmung: kapuut, nach einer sehr langen woche
wetter: trübe, dabei warm
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Jul 30th, 2004 von elmo | keine kommentare »
in der vergangenen woche habe ich mich über das eintönige radioprogramm ausgelassen. was allerdings noch viel anstrengender ist als jojo’s “leave” [mein geheimer lieblingssong des sommers - aber nicht weitersagen
] ist das fernsehprogramm.
ursprünglich hatten wir keinen fernseher in unserem appartment und fanden das auch nicht schlecht, schließlich haben wir weder in mannheim noch in england einen gehabt. als wir jedoch am 3. tag abends in clubhaus unserer appartmentanllage gingen, um doch ein wenig den großbildferseher dort auszunutzen, schienen wir unserer vermieterin so leid zu tun, dass sie sofort am nächsten tag einen fernseher in unsere wohnung gebracht hat “Wir sind hier in Amerika und da hat man einen Fernseher!”
nun haben wir mehr als 70 sender und nutzen davon gerade mal 3 oder 4, je nach laune. morgens meistens MTV oder VH1, was sich nicht groß voneinander unterscheidet und schließlich auch zum gleichen konzern gehört. abends sehen wir fast immer “ße dabbelju bie känsäs siddi” – warner bros. kansas city, ein sender, der komplett ohne nachrichten, eigene produktionen und moderatoren auskommt und nur sitcoms spielt.
nun sind wir beide fans von amerikanischen sitcoms und nachrichten vermissen wir nicht doll – zumal hier wenn dann, sowieso nur von lokalen schießereien, autounfällen und verfolgungsjagden berichtet wird. das schlimmste am allabendlichen programm ist die werbung, die hier viel penetranter und auch dümmer bis dreist oder frech daher kommt. ja, ich habe mittlerweile verstanden, dass im moment ford clearance sale ist und ich für meinem nagelneuen riesigen ford pick-up nicht nur nichts anzahlen und keine zinsen für den kredit bezahlen muss, sondern auch noch geld dafür bekomme. this is the one sales event you don’t wanna miss! morgen gehe ich los und kaufe einen ford. obwohl: ‘toyota’s got it’ oder ‘see ya at kia’ auch nicht besser ist. abwechselnd kommt dann werbung von mcdonald’s, subway oder vielen verschiedenen restaurantketten. nicht zu vergessen der gute emanuel cleaver, der nun endlich nach 20 jahren als bürgermeister in den amerikanischen kongress möchte. und john kerry macht die welt auch schöner wenn er präsident wird.
ich habe noch nie werbung so oft und so stupide wiederholt wahrgenommen wie hier. doch es geht noch schlimmer: amerikaner lieben es anscheinend, angelogen zu werden, anders kann man sich nicht erklären, wie es sich lohnt, werbung zu bringen, in denen den menschen beigebracht wird, dass man mit dem besuch einer webseite schon nach nur einem monat erst 1000 und nach einem halben jahr mehr als 25.000$ verdienen kann. einfach so! man muss nicht einmal arbeiten, um das geld zu bekommen. nur einfach die seite besuchen, namen eintragen und das geld kommmt quasi von alleine. unglaublich. auch werden eBay – bedienungsanleitungen verkaugt mit dem versprechen, man könne innerhab weniger monate millionen verdienen. kredite gibt es bei anderen unternehmen wiederum kostenlos und vorhandene kredite lösen sich plötzlich auf…
als kritischer europäer wundert man sich über nichts mehr.
übrigens hat eine studie ergeben, dass das durchschnittliche amerikanische kind pro jahr ca. 10.000 werbungen für lebensmittel und restaurantketten sieht. kein wunder, dass die so dick sind…
in diesem sinne, m*
musik: Amelie Soundtrack - J'y suis Jamais Amelie
stimmung: Sehr gut
wetter: Leider nicht mehr so warm, aber trotzdem noch schön
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Jul 21st, 2004 von elmo | keine kommentare »
ich habe immer gedacht, deutsches radio – in worten: ennerdschiehundertdreikommavier oder hundertvierpunktsechserteeell – kann in punkto langweiligkeit der musikauswahl nicht mehr übertroffen werden. doch weit gefehlt! auf KJO und Z95.7 [zu deutsch keydschoh und sieneintifeifpeuntsäwwen] laufen im grunde nur drei titel, die ich mir allesamt nicht merken kann. die künstler, die dahinter stehen, jedenfalls nennen sich JoJo zum einen, Counting Crows und Mystique zum anderen. mit welcher permanenz zum beispiel “leave” von jojo gespielt wird wurde uns erst heute wieder bewiesen: innerhalb von genau 30 minuten autofahrt – 15 am morgen und 15 am abend – haben wir das lied gleich zwei mal gehört. und ich befürchte, dass mindestens ein drittes mal im auto folgen wird, wenn wir nachher ins kino fahren.
get out!
right now, it’s the end of you and me
it’s too late i can’t wait
for you to be gone
yeah
oder so.
das schlimmste an dem lied allerdings ist, dass es zwar die trennung einer frau von einem miesen schurken, der sie hinterlistigst betrogen hat (und dabei die nummer seiner neuen schnecke auf seinem telefon gelassen hat, die pappnase), es allerdings fast komplett ohne gefühle gesungen und einfach nur geschrien wird. kein rumgeheule, wie man es vielleicht erwartet und durch einige verzweifelte seufzer auch angedeutet wird und kein wutausbruch während des refrains. ein bisschen mehr dramatik würde ich mir zum aufwachen jeden morgen jedenfalls schon erwarten.
naja, das leben ist kein wunschkonzert und JoJo hoffentlich nur eine eintagsfliege.
in diesem sinne – i get out.
musik: na was wohl... :)
stimmung: zum glück sehr gut, aber müde
wetter: alles bestens - gutes wetter bis zur langeweile
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